Studie empfiehlt „Aufrüsten“ statt „Abwracken“ und „Riester für alle“ durch vereinfachte Fördersystematik, flexiblere Garantie und mehr Berechtigte!

  • Riester-Förderung erreicht alle Einkommensgruppen, Frauen sogar überproportional
  • Rentabilität der realen Verträge ist besser als vielfach behauptet
  • Flexibilisierung der Garantie könnte Produktangebot breiter und chancenreicher machen
  • vereinfachte Fördersystematik brächte weniger Bürokratie, mehr Transparenz und mehr Geld in die Riester-Verträge

Rund 17 Jahre nach ihrer Einführung ist die Riester-Rente hinsichtlich der Rentabilität, der Marktdurchdringung, der Kundengruppen, die sie erreichen sollte, und ihrer Verbreitung ein Erfolg. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Instituts für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP). Unter dem Titel „Die Riester-Rente: ‚Abwracken‘ oder ‚Aufrüsten‘? – Evolution der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge – Möglichkeiten und Chancen“ haben die Wissenschaftler Reformvorschläge zur Verbesserung der Riester-Rente untersucht und empirische Ergebnisse zur Verbreitung und Rentabilität von Riester-Verträgen vorgelegt. Auftraggeber waren die Fondsgesellschaft DWS Group und das Deutsche Institut für Altersvorsorge.

„Abwracken?“ Riester funktioniert!



Die Forscher kommen zu dem Ergebnis, dass die Riester-Rente alle Bevölkerungsgruppen, insbesondere niedrige und mittlere Einkommensgruppen, erreicht. Frauen sogar überproportional. Dabei liefere sie auch noch gute Renditen und sei weiter verbreitet als andere Vorsorgeformen. Aus der anonymisierten Auswertung von rund 23.500 Verträgen errechnet das IVFP jährlich den Riester-Rendite-Index. Dieser ergibt für das Jahr 2018 eine Rendite von 3,4 Prozent nach Kosten und Steuern.

Außerdem errechneten die Wissenschaftler, dass die Netto-Rentenleistung nach Steuern die Netto-Einzahlungen im Alter von 78 Jahren übersteigt. Im Kollektiv der untersuchten Verträge erreichen die Riester-Rentenempfänger also etwa nach 14 Jahren die Gewinnzone. Aufgrund einer unterstellten Lebenserwartung von 86 Jahren folgen dann durchschnittlich 8 weitere Jahre Rentenbezug.

„Unsere Studienergebnisse zu Verbreitung und Rendite sowie die Tatsache, dass sich fast 17 Millionen Sparer für die Riester-Rente entschieden haben, unterstreichen den Erfolg dieser Form der privaten Altersvorsorge. Statt mit neuen Instrumenten, die die Altersvorsorgelandschaft in Deutschland noch komplexer machen, gilt es jetzt die Riester-Rente sinnvoll zu reformieren“, sagte Professor Michael Hauer, Geschäftsführer des IVFP.

„Aufrüsten!“ Dringender Reformbedarf!

Wie viele Verbände sehen die Forscher jedoch auch dringenden Reformbedarf. Abzuklären, wer unmittelbar berechtigt ist, die staatlichen Zuschüsse und Steuervorteile zu erhalten, ist nach wie vor sehr komplex. Die Ausgestaltung der Fördersystematik und die laufende Verwaltung von Riester-Verträgen müssten laut den Ergebnissen der Studie deutlich vereinfacht werden. Ebenso sollte die obligatorische Beitragsgarantie flexibilisiert werden und den Kunden die Wahlmöglichkeit gegeben werden, in chancenreichere Produkte zu investieren. Nach wie vor gäbe es aufgrund der verpflichtenden Beitragsgarantie eine viel zu geringe Tarifauswahl und -vielfalt in der Riester-Rente.

Kern des Reformvorschlags der Studie des IVFP ist die Abschaffung von unmittelbarer und mittelbarer Förderung. Wer in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig  ist, soll förderberechtigt sein und neben der Grund- und Kinderzulagen in Euro eine Förderung von mindestens 50 Prozent auf jeden Euro Eigenleistung erhalten. Diese würde die bisherige Steuerförderung ersetzen und fließt dann in die Verträge, statt auf das Girokonto.

„Riester für alle!“

„Wir fordern Riester für alle, mehr Klarheit und weniger Bürokratie. Durch die Reformvorschläge könnte ein erheblicher zusätzlicher Betrag jedes Jahr in die Riester-Rente fließen, der heute schlichtweg nicht abgerufen oder als Steuergutschrift auf das Girokonto fehlgeleitet wird“, sagt Hauer. Im Ergebnis sollten sich die zukünftigen Renten je nach Einkommensgruppe zwischen 30 und 38 Prozent erhöhen.

Kernaussagen der Studie:

  • Die Riester-Rente ist hinsichtlich Rentabilität, der Verbreitung und der Marktdurchdringung, in den Kundengruppen die sie erreichen sollte, als Erfolg zu werten.
  • Aber: die aktuelle Ausgestaltung muss dringend reformiert werden, um einen deutlich höheren Anteil der Förderung in die Verträge der Riester-Kunden zu bekommen.
  • Die Flexibilisierung der obligatorischen Beitragsgarantie würde darüber hinaus das Produktangebot vielfältiger und chancenreicher machen.
  • Weiterhin sollte die Fördersystematik so vereinfacht werden, dass jeder Kunde den Mehrwert unmittelbar versteht. Beispiel: für jeden gezahlten Euro erhält man 50 Cent vom Staat.
  • Statt neuer Instrumente, die die Altersvorsorgelandschaft in Deutschland noch komplexer machen würden, sollte die Riester-Rente sinnvoll reformiert werden.
Über die Institut für Vorsorge und Finanzplanung GmbH

Das Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) ist eine unabhängige und inhabergeführte Gesellschaft. Im Jahr 2001 gegründet und mit Hauptsitz in Altenstadt/WN steht es unter der fachlichen Leitung von Prof. Michael Hauer, Frank Nobis und Prof. Dr.Thomas Dommermuth. Es vergleicht und bewertet Produkte sowie Beratungsprozesse, bietet Finanzdienstleistern fachliche und strategische Beratung sowie eine Vielzahl an Softwarelösungen und Weiterbildungsmaßnahmen. Damit will das IVFP dazu beitragen, Vorsorge transparenter und verständlicher zu machen. Das IVFP-Team liefert bedarfsgerechte Lösungen für Marketing, Produktentwicklung, Vertrieb und Beratung. Zu seinen Kunden zählen zahlreiche namhafte Unternehmen wie AachenMünchener, Allianz, Alte Leipziger, AXA, Canada Life, Commerzbank, Concordia, Fidelity, HDI, LBS, neue leben, Postbank, Sparkassen Finanzgruppe, Standard Life, Die Stuttgarter, SwissLife, Union Investment, Versicherungskammer Bayern, Zurich u.v.a.

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