Kollegin Kerstin Kuhn gewinnt mit Freight2Meter die FIEGE Innovation Challenge 2019

„We want your best logistics idea“- unter diesem Motto stand die diesjährige FIEGE Innovation Challenge. Was die FIEGE Innovation Challenge genau ist, wie wir dazu gekommen sind, daran teilzunehmen, mit welcher Idee unser Team „Freight2Meter“ an den Start gegangen ist und was unser Fazit aus dem Ganzen ist, dazu im Folgenden mehr.

Die Challenge

Die FIEGE Gruppe hat ihren Stammsitz in Greven, Westfalen, und zählt zu den führenden Logistikanbietern in Europa. Ihre Kompetenz besteht vor allem in der Entwicklung und Realisierung integrierter, ganzheitlicher Logistiksysteme. Bei der FIEGE Innovation Challenge sind sowohl FIEGE-Mitarbeiter als auch Studierende dazu eingeladen, neuartige Geschäftsmodelle und Ideen oder Prozessverbesserungen zu erarbeiten und diese einzureichen bzw. im späteren Prozess vorzustellen und einer Jury gegenüber zu verteidigen. Dabei kann man sich alleine oder mit einem Team aus mehreren Mitgliedern bewerben. So sollen die Bewerber die Möglichkeit bekommen, ihre Ideen verwirklichen zu können und Innovationen für die Zukunft werden geschaffen.



Das Modul Entrepreneurship

Die Teilnehmer meines Teams studieren alle „Logistik“ im Master an der FH Münster unter der Leitung von Prof. Dr. Franz Vallée. Dieser Studiengang klingt zunächst sehr spezifisch, ist jedoch äußerst interdisziplinär. So bekamen wir im Rahmen des Moduls „Entrepreneurship“ die Möglichkeit, eine neue Geschäftsidee im Bereich der Logistik zu entwickeln. Hierbei bekamen wir von unserem Dozenten Colin Schulz Unterstützung, der uns mit Rat und Tat beistand und versucht hat, mit seinen Erfahrungen unsere Fragen zu beantworten und auch uns kritische Fragen gestellt hat, um unsere Gedanken weiter anzuregen. Da dieses Modul glücklicherweise genau in den Zeitraum der Innovation Challenge fällt, konnten wir uns mit unserer Idee bei FIEGE bewerben.

Das Team

Interdisziplinär ist nicht nur unser Studiengang aufgestellt, sondern auch mein Team für die Innovation Challenge. Mit Frauenpower konnte mein Team bestehend aus Josy Spross, Ann-Christin Rüdebusch, Lena Tautz und mir, Kerstin Kuhn, die Jury Runde um Runde überzeugen. Die unterschiedlichsten Praxiserfahrungen, die wir bereits im Vorfeld sammeln konnten, haben unserem Team geholfen, gemeinsam eine solide Geschäftsidee zu entwickeln und auszuarbeiten.

Die Idee

„Freight2Meter – Die flexible Frachtvermessung“ – mit diesem Namen haben wir unsere Idee eingereicht. Doch was ist eigentlich unsere Idee? Wir sind auf das Problem aufmerksam geworden, dass vor allem im Stückgutbereich oftmals Abmessungen von Packstücken nicht korrekt sind, was eine Reihe an weiteren Problemen mit sich führt.

Neben der falschen Tarifierung, passen die Frachtstücke am Ende manchmal nicht in den LKW, was zu Verspätungen oder zusätzlichen Fahrten und am Ende immer zu hohen Geldverlusten führt. Dieses Problem trifft vor allem Speditionen, welche damit einen beträchtlichen Verlust machen. Hier kommt dann unser Produkt ins Spiel. Wir hatten die Idee, dem Fahrer ein 3D-Kamerafähiges Smartphone mitzugeben, um die Fracht am Ort der Versendung zu vermessen und die Daten an das System zu übertragen. So kann die Fracht korrekt tarifiert werden und bei der Versendung von Gütern über Umschlagszentren können dank der frühzeitigen Datenerfassung Touren besser ausgelastet und Routen optimiert werden.

Dieses Problem und auch unsere Lösung konnten wir im Entwicklungsprozess im Gespräch mit mehreren Speditionen und Experten validieren und weiterentwickeln und kamen so letztendlich auf unser Endprodukt. Mein Dank gilt an dieser Stelle auch den Mitarbeitern von Vallée und Partner, welche mir im Prozess der Ideenfindung kompetente Tipps und Kritik aus der Sicht der Logistik gegeben haben und mir einen tieferen Einblick in die benötigten IT-Prozesse gewähren konnten.

Der Ablauf

Nach der Einsendung der Idee, sind die interessantesten Ideen ausgewählt worden und durften im sogenannten Light-Pitch antreten. Hierfür haben wir eine kurze Präsentation ausgearbeitet, bei der Aspekte wie das Problem, unsere erarbeitete Lösung, der Zielkunde, der Markt und die Konkurrenz aufgegriffen und analysiert wurden. Danach mussten wir uns Fragen des Innovation Challenge Team und einem Experten des Bereichs von FIEGE stellen und wurden auf Herz und Nieren geprüft.

Mitte Juni bekamen wir dann die Nachricht, dass wir im Light-Pitch überzeugen konnten und wurden zum Finale der FIEGE Innovation Challenge eingeladen. Hierfür verfeinerten wir unsere Präsentation noch weiter, bekamen auch tatkräftige Unterstützung von Seiten des FIEGE Innovation Challenge Teams.

Das Finale

Am 11. Juli war es dann soweit, das Finale stand an. Bei einem gemeinsamen Mittagessen durften wir die anderen fünf Bewerberteams, die es in das Finale geschafft hatten, und ein paar der Juroren bereits kennenlernen. Anschließend hatte jedes Team 10 Minuten Zeit, sein Geschäftsmodell der Jury und dem Publikum vorzustellen, und musste anschließend der Jury Rede und Antwort stehen. Die Jury bestand dabei aus Teilen des FIEGE Managements und auch aus externen Experten. Nachdem alle sechs Finalisten präsentiert hatten, konnten das Publikum für ihre favorisierte Idee abstimmen und auch die Jury zog sich zurück, um sich zu beraten.

Etwas später fand dann die Siegerehrung statt. Dabei gab es dieses Jahr eine Premiere. Da sich die Jury nicht auf einen Gewinner einigen konnte, gab es dieses Jahr zwei erste Plätze, einer davon wurde an uns vergeben. Der andere erste Platz ging an Felix Koch, der mit seiner Idee zum Thema City Logistik überzeugen konnte.

Die Erfahrung

Die Teilnahme an der FIEGE Innovation Challenge ist eine Erfahrung, die keines meiner Teammitglieder missen möchte. Neben dem Preisgeld, das man gewinnen kann, gewinnt man an unvergesslichen Erfahrungen. Ein Produkt und ein Geschäftsmodell zu entwickeln ist ein langwieriger Lernprozess, bei dem man auch einmal in eine Sackgasse gelangen kann, zurückrudern muss, sich neu aufstellen und mit neuer Kraft weitermachen muss. Manchmal ist uns das nicht leichtgefallen, aber am Ende können wir das Fazit ziehen, dass es sich auf jeden Fall gelohnt hat.

Die Zukunft der Ideen

Damit die Kandidaten mit der Weiterentwicklung ihrer Geschäftsmodelle nicht alleine gelassen werden oder die Ideen gar im Sand verlaufen, bietet FIEGE den Finalisten die Möglichkeit mit Unterstützung des Unternehmens zu verwirklichen. Dafür wird im September ein sogenanntes Innovation Bootcamp stattfinden. Hier wird an zwei Tagen ein ausgiebiger Workshop durchgeführt, bei dem an den Ideen zusammen mit Mentoren aus der FIEGE-Welt weiter ausgearbeitet und entwickelt werden können. Auch daran wird unser Team teilnehmen und weiter an der Idee feilen. Ich persönlich werde hier jedoch leider nicht teilnehmen können, da mein eigenes neues Projekt bereits vor der Tür steht, ein Auslandssemester in Mexiko.

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