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Girokonten in Kleinstädten und auf dem Land teurer als in Großstädten. Analyse zeigt deutliche Kosten-Nachteile für häufige Digitalzahler

 

  • Differenzierung nach Städten von weniger und mehr als 60.000 Einwohnern
  • Handlungsdruck für Girokonto-Wechsel in kleineren Kommunen deutlich größer
  • Unterschiede der Gebühren für viele Kunden erst auf zweiten Blick erkennbar: Vermeintlicher Fixkosten-Vorteil wandelt sich am Ende oft in deutlichen Nachteil
  • Preisstruktur unverändert gegenüber der Zeit vor Corona, trotz inzwischen deutlich mehr elektronischen Zahlungen
  • Thüringen das einzige Bundesland mit durchgehenden Regionalbanken-Preisvorteilen für Einwohner kleinerer Kommunen

Das Girokonto bei regionalen Geldinstituten ist auf dem Land sowie in Städten mit bis zu 60.000 Einwohnern teurer als in Großstädten. Während sich für Bargeld-Traditionalisten, die elektronisches Bezahlen auf ein Minimum beschränken, der finanzielle Nachteil in Grenzen hält, steigt er bei häufigen digitalen Kontobewegungen zum Teil drastisch an. „Mit einem Girokontowechsel sparen Kunden in bestimmten Nutzergruppen einiger Regionen aktuell bis zu 290 Euro im Jahr. Rund 110 Euro im Jahr davon können nach unseren Berechnungen alleine auf den finanziellen Malus aufgrund der Stadtgröße entfallen“, erläutert Ania Scholz-Orfanidis, Chief Operating Officer der Finanzberatung FMH: „Ein deutlicher Standort-Nachteil für Freunde elektronischen Zahlens in Deutschland. Je nach Stadtgröße fallen somit die Überlegungen über einen Bank-Wechsel des Girokontos ganz anders aus – ein Kontowechsel bei der gleichen Bank kann aber auch schon helfen.“ Das sind die Ergebnisse einer umfassenden Analyse auf Basis der Zinsmarkt-Plattform FMH X Radar. Mehr als 2600 Girokonto-Angebote von rund 1000 regionalen Geldinstituten wurden dafür untersucht.

Die Kostenunterschiede von Regionalbanken – in der Regel Genossenschaftsbanken und Sparkassen – sind zudem auf den ersten Blick oft nicht erkennbar. Wer rein auf die monatliche Grundgebühr blickt, könnte sogar günstigere Preise in kleineren Kommunen erhoffen. Doch schon bei wenigen elektronischen Kontobewegungen wandelt sich der vermeintliche Vorteil oft in einen Malus. Vor allem für fortschrittliche Kunden der regionalen Geldinstitute sind Preisvergleiche sehr wichtig. Es gibt auch in kleineren Kommunen immer mehr vor allem junge Leute, die vom Kaffee über das Parkhaus bis zum Brötchen-Snack nicht mehr nach Münzen oder Scheinen kramen wollen. Sogar bei der Kirchen-Kollekte wirft man nichts mehr in den Klingelbeutel, sondern zahlt per Finger-Tipp auf Smartphone oder Uhr.

Fans des elektronischen Bezahlens beobachten erfahrungsgemäß den Markt daher besonders genau, um herauszufinden, wo man von günstigen Konditionen profitiert. Die bundesweiten Geschäftsbanken oder die Direktbanken sind dann bei unterschiedlichen Nutzerprofilen fast immer die günstigste Alternative. Doch beim Handlungsdruck für Regionalbank-Kunden gibt es je nach Größe der Kommunen deutliche Unterschiede. „Kunden in größeren Städten sparen ebenfalls beim Wechsel zu einer Geschäfts- oder Direktbank, aber die Frage lautet am Ende auch, ob ein guter persönlicher Kontakt die Gebührenersparnis rechtfertigt“, erläutert Scholz-Orfanidis.

Wer aus einer Stadt mit über 60.000 Einwohnern zu einer Geschäftsbank wechselt, kann bereits als Hybrid-Kunde, der laut Deutscher Bundesbank im Schnitt rund 40 monatliche Bezahlvorgänge zu gleichen Teilen bar und elektronisch tätigt, am Ende 60,60 Euro pro Jahr sparen. Der Gang zur Direktbank macht das Konto für diesen Durchschnittskunden sogar 92,40 Euro im Jahr günstiger. „Was hier noch als finanziell verkraftbar eingestuft werden könnte, wird bei Freunden elektronischen Bezahlens in einigen Regionen und am Kleinstadt-Standort zum riesigen finanziellen Ärgernis“, betont Scholz-Orfanidis. Die Analyse über FMH X Radar berechnete Bundesland-bezogene Differenzen der Girokonto-Gebühren in 2025 von bis zu 290 Euro. Alleine mehr als 110 Euro davon können nur auf das Merkmal entfallen, dass man auf dem Land oder in einer Kleinstadt lebt, je nach Bundesland und Nutzer-Profil. Betroffen sind vor allem Heavy Digital-User, die sogar beim Obsteinkauf am Wochenmarkt nicht genug Bares dabeihaben und monatlich 80 Mal die Girocard, Smart Watch oder Handy zücken.

Bereits Hybrid-Kunden zahlen bei den Girokonto-Kosten drauf

Der Kostenvergleich des Jahres 2025 zwischen den Regionalbanken an verschiedenen Standorten verdeutlicht, wie wichtig exakte Analysen sind. Denn bei den reinen Fixkosten (Grundgebühr, Bank- und Kreditkarte) herrscht der Eindruck vor, als gebe es überhaupt keinen Kostennachteil in den kleineren Kommunen. Im Bundesschnitt sind in Kommunen bis 60.000 Einwohner die Fixkosten 71 Cent pro Monat niedriger. Sie zahlen 10,41 Euro statt 11,12 Euro in größeren Städten. Berücksichtigt man aber vorgangsabhängige Entgelte, wird der Kosten-Unterschied je nach Stadtgröße offensichtlich. Selbst Bargeld-Freunde, die als Kleinstadt-Kunde und auf dem Land nur dann elektronisch bezahlen, wenn es nicht anders geht, und dabei auf drei Bezahlvorgänge pro Woche kommen (12 Vorgänge pro Monat), verlieren bereits den Fixkosten-Vorteil. Und mit steigender Cashless-Quote wird der finanzielle Nachteil größer.

Einheitliche Benachteiligung von Kunden in kleineren Kommunen Westdeutschlands

Einige Bundesländer sind besonders betroffen. In Sachsen-Anhalt waren es im Jahr 2025 bei 40 Vorgängen für Cashless-Freunde sogar 64,80 Euro Mehrkosten pro Jahr (5,40 Euro im Monat). Wer dort als Heavy-User sogar 80 Mal elektronisch zahlt, häuft bis Jahresende einen Kosten-Nachteil von über 113 Euro (monatlich 9,46 Euro) an. Nicht ganz so hoch wie in Sachsen-Anhalt, aber ebenfalls eindeutig ist auch die Differenz in mehreren westdeutschen Bundesländern, etwa in Hessen, mit mehr als 57 Euro Kleinstadt-Aufschlag für digitale Viel-Zahler. Das zeigt: Die Benachteiligung von Kunden aus kleineren Kommunen ist ein verbreitetes Problem. In westdeutschen Flächen-Bundesländern ist das sogar durchgehend zu beobachten. In Ostdeutschland ist die Situation weniger einheitlich: Als einzigem Bundesland ermitteln die Analysen von FMH X-Radar nämlich in Thüringen für alle untersuchten Nutzer-Profile einen Kosten-Vorteil in kleineren Kommunen. In Mecklenburg-Vorpommern dreht sich erst bei über 40 elektronischen Bezahlvorgängen das Verhältnis zu Gunsten größerer Städte.

Nachteile beim Dispo-Kredit sowohl für Groß- als auch Kleinstadt-Kunden

Kommen Kunden nicht ohne Dispokredit durch den Monat, entfällt sowohl in kleinen als auch in größeren Städten ein etwa gleicher Teil des finanziellen Verbesserungspotentials auf die dann fälligen Zinsen. Diese lagen im Jahr 2025 mit 11,54% für regionale Banken in Kommunen bis 60.000 Einwohner bzw. 11,73% in größeren Städten zwar nah zusammen, aber über den Dispo-Konditionen von bundesweiten Geschäftsbanken (Deutschlandschnitt 11,06%) und weit vor den bei Direktbanken fälligen Zinsen (9,56%). Jeder Kunde muss individuell die Aufschläge für sich überprüfen, je nachdem wie stark man den Dispo-Rahmen ausnutzt.

Veränderte Markt-Konkurrenz in Städten über 60.000 Einwohner

Laut der FMH X Radar-Untersuchung gab es ähnliche Gebührenstrukturen schon 2019, vor der Pandemie. Der Preisnachteil für Land- und Kleinstadt-Kunden ist also kein neues Phänomen. „Damals hatte das aber noch für deutlich weniger Kunden so starke Auswirkungen, weil noch viel häufiger bar bezahlt wurde“, erklärt FMH-COO Scholz-Orfanidis: „Diese Ergebnisse der Daten-Analyse haben sicherlich etwas mit der schwächeren Konkurrenzsituation der Geldinstitute in kleineren Städten zu tun. Diese ändert sich unserer Erfahrung nach etwa bei der Marke von 60.000 Einwohnern“. In größeren Städten gibt es für die Kunden so viele Auswahlmöglichkeiten auch über Filialen von Geschäftsbanken, dass man mit teureren Konditionen spürbar Marktanteile verliert. In kleineren Kommunen scheint der Druck niedriger zu sein. „Nach unseren Gesprächen erkennen Regionalbanken aber immer häufiger die Gefahren ihrer Girokonten-Preispolitik und passen die Gebührenstruktur an, damit nicht zwangsläufig mehr Kunden zwangsläufig bei den bundesweiten Geschäftsbanken und Direktbanken landen“, erklärt Scholz-Orfanidis: „Das ist ein wichtiges Signal für die Zukunft.“

Über FMH X Radar

FMH X Radar – die Analyse-Plattform für Zinsprofis – versorgt professionelle Marktteilnehmer im Finanz- und Immobilienmarkt (Banken, Versicherer, Immobilienmakler, Bauträger) mit validen Daten zu Konditionen und Kosten bei Finanzierungen und Geldanlagen. Grundlage sind seit 1993 archivierte Daten zu Anlageprodukten, Finanzierungen, Girokonten, Immobiliendaten, und Bank-
Kennzahlen. Aktuell liefern mehr als 200 Geldinstitute mit über 1.000 Produkten die Basisdaten für fundierte Auswertungen. Differenzierungen erfolgen dabei beispielsweise nach Regionen, Bankentyp oder Kundenbonität. https://www.fmhx.de/

FMH X Radar ist eine innovative Software-as-a-Service (SaaS) Lösung, die Marktteilnehmern die Möglichkeit bietet, täglich aktuelle individuell gestaltete Konditionenvergleiche abzurufen. Durch die individuelle Konfiguration können spezifische Anforderungen präzise berücksichtigt und regelmäßig nachjustiert werden.

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