Im Zentrum des Arbeitsprogramms steht das Leitmotiv der europäischen Autonomie. Diese soll jedoch nicht durch zusätzliche Regulierung, sondern durch eine starke, wettbewerbsfähige Industrie erreicht werden. Besonders relevant für die ZVO-Mitgliedsunternehmen: Die Präsidentschaft kündigt an, regulatorische und administrative Belastungen gezielt zu reduzieren, insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen. Mehrere Omnibus-Pakete sollen bestehende EU-Vorgaben vereinfachen und besser an die industrielle Praxis anpassen.
Auch das Thema Energie nimmt breiten Raum ein. Hohe und volatile Energiepreise werden ausdrücklich als Risiko für Europas Wettbewerbsfähigkeit benannt. Zypern will den Ausbau von Netzinfrastruktur, Versorgungssicherheit und Investitionen in neue Technologien vorantreiben. Für energieintensive Branchen wie die Oberflächentechnik ist dies ein wichtiges Signal: Wettbewerbsfähigkeit und Klimaschutz sollen gemeinsam gedacht werden.
In der Umwelt- und Klimapolitik verfolgt die Präsidentschaft einen stärker integrierten Ansatz. Klimaschutz, wirtschaftliche Resilienz und industrielle Leistungsfähigkeit werden miteinander verknüpft. Gleichzeitig rücken Lieferketten, wirtschaftliche Sicherheit und handelspolitische Instrumente wie CBAM stärker in den Fokus.
Nicht zuletzt sollen im Rahmen der Verhandlungen zum mehrjährigen Finanzrahmen ab 2028 gezielt Investitionen in Wettbewerbsfähigkeit, Industrie und Resilienz ermöglicht werden – ein Ansatz, der auch Chancen für industrielle Schlüsseltechnologien eröffnet.
Fazit: Das Arbeitsprogramm der zyprischen Ratspräsidentschaft bietet wichtige Ansatzpunkte für die Oberflächentechnik: Bürokratieabbau, wettbewerbsfähige Energiepreise und eine realistischere Industriepolitik. Der ZVO wird den Prozess eng begleiten und sich weiterhin für praxistaugliche, mittelstandsfreundliche Rahmenbedingungen auf europäischer Ebene einsetzen.
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