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Bauverbände NRW diskutieren Zukunft des Bauens mit Angela Freimuth

Im Rahmen eines fachpolitischen Austauschs haben die Bauverbände NRW gemeinsam mit der baupolitischen Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion, Angela Freimuth MdL, zentrale Herausforderungen und Zukunftsperspektiven der Bauwirtschaft diskutiert.

Zum Auftakt des Gesprächs ging es um ein immer drängenderes Thema der Bauwirtschaft – die rapide schwankenden Materialpreise. „Nach den Erfahrungen aus der Corona-Pandemie und dem Angriffskrieg auf die Ukraine sehen wir uns erneut mit erheblichen Materialpreissteigerungen konfrontiert – allerdings unter deutlich schwierigeren Vorzeichen“, erklärte Dr. Bernhard Baumann, Hauptgeschäftsführer der Bauverbände NRW. „Die aktuelle Dynamik ist kaum vorhersehbar. Weder Zeitpunkt noch Ausmaß weiterer Preisentwicklungen lassen sich verlässlich einschätzen. Für unsere Unternehmen bedeutet das einen kaum auflösbaren Zielkonflikt: Einerseits müssen sie wirtschaftlich tragfähig kalkulieren und können keine Verluste in Kauf nehmen. Andererseits dürfen Angebote nicht so hoch ausfallen, dass sie im Wettbewerb chancenlos werden. Dieses Spannungsfeld bringt viele Betriebe an die Grenze des wirtschaftlich Vertretbaren.“

§ 75a fördert Intransparenz

Kritisch bewertet wurden zudem die Auswirkungen des § 75a der Gemeindeordnung NRW. Nach Einschätzung der Bauverbände führt die Regelung in ihrer aktuellen Anwendung zu mehr Intransparenz bei öffentlichen Vergaben. Es häufen sich die Rückmeldungen, dass Entscheidungsprozesse für Unternehmen schwerer nachvollziehbar werden. Das benachteiligt gerade regionale Anbieter und schwächt die mittelständisch geprägte Bauwirtschaft in Nordrhein-Westfalen.

Neben den aktuellen Herausforderungen standen auch Digitalthemen im Fokus des Gesprächs. Dazu zählen insbesondere die weitere Verbreitung von Building Information Modeling (BIM) sowie der Ausbau der Kreislaufwirtschaft im Bauwesen.

„Instrumente wie Building Information Modeling und der Gebäuderessourcenpass stehen noch am Anfang ihrer praktischen Umsetzung“, bemerkte Angela Freimuth. „Auch wenn sich der wirtschaftliche Nutzen nicht in jedem Fall unmittelbar erschließt, geht es doch darum, Bauen für zukünftige Generationen nachhaltiger zu gestalten. Daher ist es umso wichtiger, hier starke Impulse zu setzen.“

Freimuth: "Bauen muss bezahlbar bleiben"

Dabei unterstrich Freimuth die Bedeutung einer ausgewogenen Baupolitik: „Bei allen notwendigen Innovationen und regulatorischen Anforderungen darf nicht aus dem Blick geraten, dass Bauen am Ende auch bezahlbar bleiben muss. Wirtschaftlichkeit und Umsetzbarkeit müssen zentrale Leitlinien bleiben.“

Die Bauverbände NRW bekräftigten im Gespräch ihre Bereitschaft, die politischen Prozesse weiterhin konstruktiv zu begleiten und ihre Praxiserfahrungen einzubringen. Ziel sei es, die Rahmenbedingungen für die Bauwirtschaft so zu gestalten, dass sowohl Investitionen ermöglicht als auch mittelständische Strukturen gestärkt werden.

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