Palettenstellplätze wachsen um Faktor sieben
„Zur Absicherung des Wachstums muss das Lager von 1.000 auf 7.000 Palettenstellplätze expandieren“, verdeutlicht Toni Schilling, Senior Logistics and Factory Planner bei LOGSOL, die Dimension. Das ist selbst für erfahrene Logistikplaner kein Pappenstiel. Strukturiert gehen sie in praxisbewährten Phasen vor – Analyse, Konzeption, Feinplanung, Ausschreibung, Implementierungsbegleitung. Die größte Herausforderung bereitet der enge Zeitplan: Nach dem Projektstart im Juli 2024 muss LOGSOL zunächst ein Grobkonzept der neuen Logistikhalle ausarbeiten, damit die Unternehmensleitung die Kostenschätzung zeitnah freigegeben kann. Im Dezember 2024 wurde mit der Baugenehmigung nach nur circa drei Monaten Genehmigungszeit der erste Meilenstein erreicht. Normalerweise dauert dieser Prozess mindestens ein Jahr. Das Projektteam von Merz schaffte es mit der Unterstützung von LOGSOL innerhalb von drei Monaten.
Im Jahr davor hatte Merz am Standort ein Multifunktionsgebäude mit Lagerflächen für Roh-und Halbfertigwaren sowie die optische Kontrolle der Primärverpackung in Betrieb genommen. Der Anbau für die Verpackungslinie benötigt laut Fred Wulfgramm „relativ viel Materialfluss an Packmitteln, Hilfsstoffen und Fertigware“. Der Materialfluss verläuft dabei vom Lager in den CNC-Bereich („Controlled Not Classified“), anschließend kommt die Fertigware zurück ins Lager. Zwar unterliegen diese Bereiche keinen strengen Reinraumstandards, müssen aber Vorgaben für Partikelzahl, Luftwechsel und Temperatur erfüllen. Bei der Logistikanbindung muss LOGSOL nicht nur Schleusen zu CNC-Räumen berücksichtigen, sondern insgesamt acht Hauptaggregate der Verpackungslinie wie Etikettierer, Kartonierer und Palettierer, die jeweils Material aus dem Lager benötigen. Die Verarbeitungsgeschwindigkeit gibt Fred Wulfgramm mit bis zu 275 Stück pro Minute an, der hohe Materialdurchsatz braucht ununterbrochen Nachschub. „Aber es gibt nicht unendlich Stellfläche. Leere Paletten müssen rechtzeitig abgezogen, volle reingeschafft werden“, skizziert er die Aufgabe für LOGSOL.
Feinplanung liefert Entscheidungsgrundlagen
Für die Feinplanung ermitteln die Logistikplaner mit dem Kunden Daten, werteten sie aus, erarbeiteten Lösungsansätze. Fred Wulfgramm gefällt die „sehr schnelle, sachliche Art, Entscheidungsgrundlagen zur Verfügung zu stellen, die uns helfen, weiterzukommen“. Für die Standortentwicklung koordiniert der Verfahrenstechnikingenieur ein externes und internes Team von ca. 50 Personen – umso wichtiger, dass mit LOGSOL und allen anderen Beteiligten auch „die Chemie stimmt“.
„Aktuell befinden wir uns in der Implementierungsbegleitung“, sagt Toni Schilling. Bis Ende 2026 will Merz das Projekt im Wesentlichen abschließen. LOGSOL hat zwei weitere Logistikausbaustufen zusätzlich mit ausgeplant, um auch weiteres zukünftiges Wachstum am Standort Dessau-Roßlau abbilden zu können.
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