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Bootscharter in Berlin und Brandenburg: 251 Betriebe vermieten rund 2.700 Boote, die Zahl der Anbieter hat sich seit 2014 mehr als verdoppelt

Am Ende der Wassersaison zeigt sich im gewerblichen Bootstourismus ein Kapazitätsproblem. Die Industrie- und Handelskammern in Berlin und Brandenburg haben mit der Wassertourismusstudie 2024 eine Bestandsaufnahme des Marktes vorgelegt, deren Endbericht auf den 13. Dezember 2024 datiert ist. Erfasst wurden 789 Betriebe aus vier Angebotssegmenten, darunter 251 Betriebe im Bootscharter mit rund 2.700 Vermietbooten. Den Jahresbruttoumsatz beziffert die Untersuchung auf rund 300 Millionen Euro. Wer selbst ein motorisiertes Boot anschafft, findet dazu Gewichtsangaben motorisierter Schlauchboote.

Vier Angebotssegmente tragen den gewerblichen Bootstourismus

Die Untersuchung trennt den Markt in vier Bereiche: die Vermietung motorisierter Boote, den Kanuverleih, die Fahrgast- und Ausflugsschifffahrt und die Sportboothäfen. Nach dieser Abgrenzung erreicht der Jahresbruttoumsatz rund 250 Millionen Euro, gegenüber rund 200 Millionen Euro im Jahr 2014. Rechnet man die Tagesbootsvermietung und die Hafenumsätze aus der Winterlagervermietung hinzu, die in der Vorgängeruntersuchung fehlten, ergeben sich rund 300 Millionen Euro.

Die Region ist damit kein Nebenschauplatz. Laut der Untersuchung ist die Gewässerlandschaft in Berlin und Brandenburg mit rund 34.800 Kilometern Fließgewässern und 3.200 Seen Teil des größten Wassersport- und Wassertourismusreviers im europäischen Binnenland.

Wie sich die Zahl der Anbieter im Bootscharter seit dem Jahr 2014 entwickelt hat

Die Anbieterstruktur hat die Untersuchung flächendeckend erfasst. Für Berlin und Brandenburg zählt sie 789 Betriebe, die sich nach ihrem Hauptgeschäftsfeld so verteilen:

  • 251 Charterbetriebe mit etwa 2.700 Vermietbooten.
  • 141 Anbieter mit dem Hauptgeschäft Kanuverleih und etwa 4.400 Booten.
  • 72 Betriebe der Fahrgast- und Ausflugsschifffahrt mit etwa 160 Schiffen.
  • 322 gewerbliche Sportboothäfen und Vereinsanlagen mit etwa 21.000 Liegeplätzen.

Das Wachstum verteilt sich sehr ungleich. Im Jahr 2014 erfasste die Vorgängeruntersuchung 613 Betriebe; der Anstieg auf 789 entspricht einem Plus von 29 Prozent. Getragen wird er fast ausschließlich vom Chartersegment, das von 115 auf 251 Betriebe zulegte, während der Kanuverleih von 128 auf 141 und die Fahrgastschifffahrt von 65 auf 72 Betriebe wuchs.

Womit die Vermietflotten heute ausgestattet sind

Der Bootstyp hat sich stärker verändert als die Flottengröße. Nach Angaben der Untersuchung verteilen sich die rund 2.700 Vermietboote auf 37 Prozent Motoryachten und Hausboote, 26 Prozent offene Motorboote und Daycruiser, 24 Prozent Übernachtungsflöße und Bungalowboote sowie 13 Prozent Tagesflöße.

Der Aufstieg der Zweirumpfboote lässt sich beziffern. Im Jahr 2014 erfasste die Vorgängeruntersuchung 16 Betriebe mit 156 solchen Booten, aktuell sind es 102 Betriebe mit 995 Booten. Bei den klassischen Motoryachten und Hausbooten ging der Bestand im selben Zeitraum von 1.124 auf 975 Boote zurück. Wer die eigene Ausrüstung ergänzen will, findet Hinweise zur Auswahl von Zubehör für den Bootsmotor.

Warum die Liegeplätze am Saisonende zum Engpass werden

Die Häfen sind die einzige Gruppe ohne Zuwachs. Laut der Untersuchung ist die Zahl der Sportboothäfen seit 2014 praktisch unverändert, während die Vermietflotten und die Nachfrage gewachsen sind. Das Ergebnis benennt der Bericht als gravierende Unterversorgung bei Dauer- und Gastliegeplätzen: Viele Häfen können die gestiegene Nachfrage nicht mehr bedienen und weisen Gastlieger ab.

Die Saison verschärft die Rechnung an ihrem Ende. Der Bericht beschreibt den Zeitraum von April bis Oktober als Hauptsaison mit hohem Personalbedarf; ein Charterbetrieb beschäftigt im Jahresmittel drei feste Kräfte und in der Saison vier weitere. Ab Oktober kehrt sich der Bedarf um, und die Hafenfläche wechselt vom Liegeplatz- ins Winterlagergeschäft.

„Der Markt ist an seiner Kapazitätsgrenze angekommen, nicht an seiner Nachfragegrenze. Wer keinen Liegeplatz bekommt, kauft kein größeres Boot, sondern ein kleineres, das er auf den Anhänger legen kann“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.

Für die Betriebe folgt daraus eine nüchterne Erwartung. Die Untersuchung rechnet bis zum Jahr 2030 mit weiterem, aber deutlich schwächerem Wachstum und sieht die Obergrenze bei der Zahl der Vermietboote weitgehend erreicht. Neue Anbieter erwartet sie im Chartergeschäft kaum noch.

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