Wo gebrauchte Fahrzeuge im Jahr 2025 tatsächlich gekauft wurden
Der Gebrauchtwagenhandel wickelt drei von vier Besitzumschreibungen ab, aber die Gewichte darin haben sich verschoben. Nach Angaben der Deutschen Automobil Treuhand gewinnt der freie Handel seit 2018 kontinuierlich Anteile am Gebrauchtwagengeschäft. Im Jahr 2025 lag er erstmals vor dem markengebundenen Handel.
Fünf Marktanteile aus dem Report beschreiben die Lage. Die Werte beziehen sich auf das Jahr 2025 und auf alle Besitzumschreibungen bei Privatkunden:
- Der freie Handel kam auf 38 Prozent.
- Der markengebundene Handel erreichte 36 Prozent.
- Der Privatmarkt lag bei 26 Prozent.
- Beide Handelsformen zusammen deckten 74 Prozent ab.
- Bei Neuwagen erreichten Online- und Neuwagenplattformen 7 Prozent.
Warum viele Käufe im Jahr 2025 keine freie Entscheidung waren
Der Autokauf folgte 2025 überwiegend einem Defekt, nicht einem Wunsch. Laut dem Report der Deutschen Automobil Treuhand bezeichneten 80 Prozent der Gebrauchtwagenkäufer die Anschaffung als absolut notwendig. Für 33 Prozent waren hohe Reparaturkosten am bisherigen Fahrzeug der Hauptgrund.
Die Kaufabsicht überlebte den Prozess häufig nicht. Nach Angaben der Deutschen Automobil Treuhand kauften 59 Prozent der Gebrauchtwagenkäufer am Ende ein anderes Fahrzeug als ursprünglich geplant. Wer sich das Fahrzeug bis vor die Haustür bringen lässt, findet den Ablauf beim Autokauf mit Lieferung erklärt.
Wie stark der Preis die Finanzierung in den Kaufprozess drückt
Die Gebrauchtwagenpreise verharren seit 2022 auf einem hohen Niveau. Laut dem Report lag der Durchschnittspreis 2022 bei 18.800 Euro, 2023 bei 18.620 Euro, 2024 bei 18.600 Euro und 2025 bei 18.310 Euro. Der Rückgang im Jahr 2025 beträgt damit rund 1,6 Prozent.
Die Folge zeigt sich in der Bezahlung. Nach Angaben der Deutschen Automobil Treuhand griffen 49 Prozent aller Gebrauchtwagenkäufer auf eine Finanzierung zurück, während der Leasinganteil bei gebrauchten Fahrzeugen bei 0 Prozent lag. Das monatliche Haushaltsnettoeinkommen der Käufergruppe gibt der Report mit 3.790 Euro an.
Was ein reiner Onlinekauf für den Fahrzeughandel bedeutet
Der vollständig digitale Kauf bleibt im Fahrzeughandel die Ausnahme. Laut dem Report könnten sich 34 Prozent der Gebrauchtwagenkäufer vorstellen, den Kauf von der Anbahnung bis zur Bezahlung komplett online abzuwickeln. Bei Neuwagen liefen 2025 sieben Prozent der privaten Käufe über eine Online- oder Neuwagenplattform und damit ebenso viele wie im Vorjahr.
Die Zufriedenheit mit dem stationären Händler bleibt hoch. Laut dem Report würden über 90 Prozent aller Gebrauchtwagenkäufer ihren Händler weiterempfehlen, und nahezu ebenso viele würden dort erneut kaufen.
„Ein Markt, in dem vier von fünf Käufen als unvermeidlich gelten, wird nicht durch bessere Portale digitalisiert. Solange der Preis über den Kauf entscheidet, gewinnt der Händler mit dem passenden Fahrzeug auf dem Hof“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.
Wo sich der Markt im laufenden Jahr 2026 bereits bewegt hat
Der Neuwagenmarkt hat 2026 stärker gedreht als der Gebrauchtwagenmarkt. Nach Angaben des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe vom 3. Juli 2026 lag der Anteil batterieelektrischer Pkw an allen Neuzulassungen im ersten Halbjahr 2026 bei 24,8 Prozent, nach 17,7 Prozent im Vorjahreszeitraum. Im Juni 2026 wurden 84.057 vollelektrische Fahrzeuge neu zugelassen.
Für den Bestand an gebrauchten Fahrzeugen wirkt sich das erst mit Verzögerung aus. Ein Fahrzeug, das 2026 neu zugelassen wird, erreicht den Gebrauchtwagenmarkt in nennenswerter Zahl erst nach dem Ende üblicher Leasing- und Haltedauern. Die nächste Ausgabe des Reports der Deutschen Automobil Treuhand mit den Zahlen zum Autojahr 2026 wird im Januar 2027 erwartet.
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