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LinkedIn-Unternehmensseiten wachsen kaum noch: Nur 6,89 Prozent stiegen 2025 in eine höhere Follower-Klasse auf, Karussells schlagen Bilder deutlich

Wer für ein Unternehmen auf LinkedIn schreibt, gewinnt mit einer Firmenseite immer seltener neue Follower. Der Anbieter Metricool aus Madrid hat am 14. April 2026 seine dritte jährliche LinkedIn-Studie vorgelegt. Laut dieser Auswertung von 673.658 Beiträgen aus 63.108 Konten stiegen im Jahr 2025 nur 6,89 Prozent der LinkedIn-Unternehmensseiten in eine höhere Follower-Klasse auf. Persönliche Profile erzielten im selben Zeitraum eine um 63 Prozent höhere Interaktionsrate als Firmenseiten. Für Inhaber und Geschäftsführende, die deshalb selbst schreiben wollen, gibt es Werkzeuge für Geschäftsführende, die selbst auf LinkedIn schreiben.

Wie sich die Reaktionen auf LinkedIn zwischen Anfang 2025 und Anfang 2026 verschoben haben

Die sichtbaren Reaktionen nehmen ab, die stillen nehmen zu. Nach Angaben von Metricool gingen im Vergleich der Monate Januar und Februar 2026 mit dem Vorjahreszeitraum die Likes um 13 Prozent, die Kommentare um 17 Prozent und die Shares um 10 Prozent zurück. Die gesamte Interaktion stieg dagegen um knapp 14 Prozent, weil Klicks, Wischbewegungen in Karussells, Videoaufrufe und Linkaufrufe zulegten.

Metricool nennt diese Vorgänge unsichtbare Interaktionen. Ein Klick auf einen Beitrag oder ein Wischen durch mehrere Bildkacheln ist für andere Nutzer nicht zu sehen, zeigt aber Interesse an. Laut der Studie vom April 2026 stiegen allein die Klicks um 5 Prozent, während die drei klassischen Reaktionsarten sanken.

Der Zeitraum, in dem ein Beitrag wirkt, bleibt kurz. Laut Metricool entfallen rund 40 Prozent aller Interaktionen eines LinkedIn-Beitrags auf den ersten Tag nach der Veröffentlichung. Wer einen Beitrag beurteilen will, braucht deshalb den Vergleich über mehrere Tage.

Welche Formate auf Firmenseiten mehr Reaktionen auslösen als ein einzelnes Bild

Der Abstand zwischen dem, was Unternehmen veröffentlichen, und dem, was auf der Plattform ankommt, ist groß. Bild- und Videobeiträge machen laut Metricool fast 75 Prozent aller Beiträge auf Firmenseiten aus, werden aber von anderen Formaten bei Impressionen, Interaktionen und Interaktionsrate übertroffen.

Sechs Befunde der LinkedIn-Studie vom 14. April 2026 beschreiben diesen Abstand:

  • Karussells erzielen 17-mal mehr Interaktionen als Einzelbilder, werden aber sechsmal seltener veröffentlicht.
  • Umfragen machen weniger als 1 Prozent der Beiträge aus und erreichen auf Firmenseiten die höchsten durchschnittlichen Impressionen.
  • Beiträge, die eine Frage enthalten, erhalten 77 Prozent mehr Kommentare.
  • Persönliche Profile erreichen eine um 63 Prozent höhere Interaktionsrate als Firmenseiten.
  • Firmenseiten werden häufiger geteilt, persönliche Profile erhalten deutlich mehr Kommentare.
  • Bei persönlichen Profilen ist Video inzwischen das meistgenutzte Format, bleibt aber hinter Karussells, Einzelbildern und Mehrbildbeiträgen zurück.

Warum kleine Teams mit der Zahl der Formate an ihre Grenze kommen

Die Zahl der Formate wächst, die Zahl der Personen dahinter nicht. Metricool hat dazu am 3. März 2026 einen eigenen Bericht zur Arbeitsbelastung vorgelegt, für den zwischen dem 19. und 26. Januar 2026 weltweit 927 Social-Media-Fachleute befragt wurden. Laut diesem Bericht geben 75 Prozent der Befragten an, zu viele Aufgaben gleichzeitig verantworten zu müssen – Strategie, Inhalte, Auswertung, Community und Abstimmung mit Vorgesetzten.

Nahe 60 Prozent der Befragten arbeiten nach Angaben von Metricool ohne eigenes Team. Mehr als 73 Prozent leisten häufig Überstunden, vor allem rund um Kampagnen und Produktstarts. 72 Prozent setzen KI- oder Automatisierungswerkzeuge ein, um Erstellung, Planung und Berichte zu beschleunigen; der Bericht wertet das als Reaktion auf steigende Anforderungen, nicht als Entlastung.

Für eine Person, die mehrere Kanäle allein betreut, ist der Wechsel zu Karussells zuerst eine Frage des Arbeitsablaufs. Wie sich Planung, Freigabe und Ausspielung in einem kleinen Team ordnen lassen, beschreibt eine Arbeitsweise für Social-Media-Verantwortliche mit kleinem Team.

Was der Rückgang der Sichtbarkeit für die Planung des Jahres 2027 bedeutet

LinkedIn ist voller geworden. Laut der im Dezember 2025 veröffentlichten Jahresstudie von Metricool über 39.762.999 Beiträge aus 1.059.949 Konten sanken die Impressionen auf LinkedIn im Jahr 2025 um 23 Prozent. Die Interaktionen gingen im selben Jahr um 14 Prozent zurück, während die Zahl der Beiträge stieg. Nach Angaben des Anbieters wuchs die Zahl der mit seiner Plattform verbundenen LinkedIn-Konten binnen eines Jahres um 88 Prozent.

Mehr Beiträge treffen also auf eine begrenzte Aufmerksamkeit. Die Folge ist in den Daten sichtbar: Ein Format, das Wischen oder Klicken auslöst, setzt sich gegen ein Format durch, das nur betrachtet wird.

„Eine Firmenseite, die jede Woche ein Bild postet, produziert Fleiß, aber keine Reichweite. Die Zahlen belohnen Beiträge, die zum Weiterblättern oder Antworten einladen, und sie belohnen Menschen stärker als Marken. Wer 2027 planen will, sollte zuerst festlegen, wer im Unternehmen unter eigenem Namen schreibt“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.

Die LinkedIn-Studie erscheint einmal im Jahr

Metricool hat im April 2026 die dritte Ausgabe seiner jährlichen LinkedIn-Studie vorgelegt; sie vergleicht die Monate Januar und Februar 2025 mit Januar und Februar 2026. Nach diesem Rhythmus ist die vierte Ausgabe im Jahr 2027 zu erwarten.

Für den deutschsprachigen Raum liefert der Erste Arbeitskreis Social Media in der B2B-Kommunikation eine eigene Erhebung. Nach dessen Mitteilung vom 9. Juli 2026 lief die Befragung von Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz bis zum 31. Juli 2026; teilnehmende Unternehmen erhalten die zentralen Ergebnisse im Herbst 2026 als Zusammenfassung.

Bis dahin gilt laut Metricool der Stand vom 14. April 2026: Nur 6,89 Prozent der Firmenseiten wachsen in eine höhere Follower-Klasse, und ein Karussell erzielt 17-mal mehr Interaktionen als ein Bild.

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