ZVO-Vorstandsvorsitzender Jörg Püttbach, ZVO-Vorstandsmitglied Tobias Wesselow und ZVO-Leiter Politik Lukas Hanstein führten Voht zunächst durch die Industrieausstellung. Dabei erhielt der Gast einen unmittelbaren Einblick in die Vielfalt und technologische Breite der Galvano- und Oberflächentechnik.
An den verschiedenen Messeständen wurde deutlich, wie viele unterschiedliche Unternehmen und Technologien entlang der Wertschöpfungskette zusammenwirken: vom Anlagenbau über Chemielieferanten und Filter- und Ablufttechnik bis hin zu zahlreichen weiteren spezialisierten Lösungen für moderne Beschichtungsprozesse.
Der Rundgang bot zugleich die Gelegenheit, die Bedeutung der Branche weit über den eigentlichen Beschichtungsprozess hinaus zu verdeutlichen. Oberflächentechnik steckt in nahezu allen industriellen Wertschöpfungsketten und trägt mit ihren Verfahren wesentlich zu Funktionalität, Langlebigkeit, Korrosionsschutz und Ressourceneffizienz von Produkten bei.
Im Anschluss an den Rundgang nutzte der ZVO den Besuch für einen vertieften politischen Austausch. Im Mittelpunkt standen die aktuellen Herausforderungen für den industriellen Mittelstand in Deutschland und insbesondere die Rahmenbedingungen für die Galvano- und Oberflächentechnik. Diskutiert wurden unter anderem die zunehmende Belastung durch Regulierung und Bürokratie, die Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts Deutschland sowie die besonderen Herausforderungen der europäischen Chemikalien- und Umweltregulierung.
Dabei spielten auch die für die ZVO-Mitgliedsunternehmen zentralen Themen PFAS und Chrom(VI) eine wichtige Rolle. Der ZVO machte deutlich, dass hohe Umwelt- und Gesundheitsstandards und eine wettbewerbsfähige Industrie kein Widerspruch sein dürfen. Regulierung muss technisch machbar, verhältnismäßig und an der betrieblichen Realität orientiert sein.
Auch die hohen Energiepreise und die stetig wachsenden bürokratischen Anforderungen wurden thematisiert. Gerade mittelständische Unternehmen benötigen Rahmenbedingungen, die Investitionen und Innovationen ermöglichen, statt immer mehr personelle und finanzielle Ressourcen durch zusätzliche regulatorische Anforderungen zu binden.
Die Industrieausstellung der Oberflächentage bot für diesen Austausch den passenden Rahmen. Politische und regulatorische Fragestellungen konnten nicht nur abstrakt diskutiert werden: An den Ständen wurde unmittelbar sichtbar, welche Unternehmen, Technologien und Arbeitsplätze hinter der Galvano- und Oberflächentechnik stehen – und welche Auswirkungen politische Entscheidungen auf die betriebliche Praxis haben können.
Genau dieser direkte Austausch zwischen Politik und Unternehmen ist für die politische Arbeit des ZVO von besonderer Bedeutung. Wer über industrielle Rahmenbedingungen, Chemikalienregulierung oder Energiepolitik entscheidet, sollte auch wissen, wie die betroffenen Prozesse funktionieren und welche Konsequenzen regulatorische Vorgaben in den Betrieben auslösen.
Auch künftig wird der ZVO den direkten Dialog mit politischen Entscheidungsträgern suchen und Formate wie die Oberflächentage nutzen, um die Bedeutung der Branche und die Anliegen seiner Mitgliedsunternehmen sichtbar zu machen.
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