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Ein Jahr nach dem Support-Ende von Windows 10: Privatgeräte erhalten Updates bis 12. Oktober 2027, Betriebe zahlen im zweiten Jahr das Doppelte

Am 14. Oktober 2025 hat Microsoft den regulären Support für Windows 10 beendet; seit dem 14. Oktober 2026 liegt das Support-Ende ein Jahr zurück. Für Privatgeräte hat der Hersteller das Programm Extended Security Updates (ESU) am 25. Juni 2026 um ein Jahr verlängert: Angemeldete Rechner erhalten laut Microsoft kritische und wichtige Sicherheitsupdates nun bis zum 12. Oktober 2027. Betriebe zahlen dagegen nach Angaben des Herstellers 61 US-Dollar je Gerät für das erste ESU-Jahr, und der Preis verdoppelt sich in jedem der höchstens drei Jahre. Im Oktober 2026 stehen viele Unternehmen deshalb vor der Wahl zwischen dem zweiten, teureren ESU-Jahr und dem Wechsel der Geräte. Welche Aufgaben ein externer Dienstleister dabei übernehmen kann, beschreibt das Fachportal der Provimedia GmbH mit den Leistungen eines IT-Dienstleisters für kleine und mittelständische Betriebe.

Das ESU-Programm liefert nach Microsoft-Angaben nur Sicherheitsupdates der Stufen kritisch und wichtig; neue Funktionen, sonstige Fehlerbehebungen und technischer Support gehören nicht dazu. Voraussetzung ist die letzte Version 22H2 von Windows 10.

Wer ein Jahr nach dem Support-Ende noch mit dem alten System arbeitet

Der Anteil des alten Systems ist in Deutschland hoch geblieben. Nach einer Auswertung des Sicherheitsunternehmens ESET vom 26. Januar 2026 lief Windows 10 zu diesem Zeitpunkt auf über 48 Prozent der Desktop-Rechner und Notebooks in deutschen Privathaushalten, das entspricht rund 21 Millionen Geräten.

Vier Gerätewerte nennt die ESET-Auswertung für den Jahresbeginn 2026:

  • rund 21 Millionen Geräte mit Windows 10, etwa 3,7 Millionen weniger als im August 2025
  • rund 21,5 Millionen Geräte mit Windows 11, ein Anteil von 49,5 Prozent
  • etwa 840.000 Geräte mit Windows 8.1, Windows 8, Windows 7 oder Windows XP, rund 20 Prozent weniger als im August
  • im Schnitt 119 neu registrierte Schwachstellen pro Tag zwischen Juli 2024 und Juni 2025, 24 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum

Für Betriebe ist die Zahl der Privatgeräte ein Hinweis, kein Maßstab: Geräte, die nicht ins ESU-Programm gewechselt sind, erhalten laut ESET seit Oktober 2025 keine Sicherheitsupdates mehr. Wer mehrere Rechner verwaltet, kommt an einer zentralen Verteilung der Updates nicht vorbei; was ein zentral gesteuertes Patch-Management für Betriebssysteme und Anwendungen leistet, erklärt das Glossar des Fachportals.

Was Microsoft seit dem 25. Juni 2026 für Privatgeräte und Betriebe unterschiedlich regelt

Die Verlängerung gilt nur für den privaten Gebrauch. Laut dem am 25. Juni 2026 aktualisierten Beitrag im Windows Experience Blog läuft die ESU-Abdeckung für Privatgeräte vom 15. Oktober 2025 bis zum 12. Oktober 2027. Die Anmeldung erfolgt über einen Assistenten in den Windows-Einstellungen; die Bedingungen können im Europäischen Wirtschaftsraum abweichen. Organisationen buchen ESU dagegen über das Volumenlizenzprogramm je Gerät und Jahr; das Programm ist nach Angaben von Microsoft kumulativ, wer erst im zweiten Jahr einsteigt, zahlt das erste Jahr mit. Die Microsoft-365-Anwendungen erhalten auf Windows 10 noch bis zum 10. Oktober 2028 Sicherheitsupdates, das letzte Funktionsupdate für den Current Channel kam laut Microsoft im August 2026.

Warum viele Mittelständler die Erneuerung ihrer IT verschoben haben

Die Zurückhaltung beim Gerätetausch passt zu einem breiteren Befund. Laut dem KfW-Digitalisierungsbericht Mittelstand 2025, den KfW Research am 23. April 2026 veröffentlicht hat, haben im Berichtszeitraum 2022 bis 2024 nur noch 30 Prozent der mittelständischen Unternehmen Digitalisierungsvorhaben abgeschlossen, fünf Prozentpunkte weniger als zuvor. Die Digitalisierungsausgaben sanken nach derselben Auswertung um rund acht Milliarden Euro auf knapp 24 Milliarden Euro. Die Erneuerung der IT-Strukturen, darunter die Installation neuer Hardware, war mit 50 Prozent der Nennungen die zweithäufigste Projektart. Große Mittelständler geben laut KfW das 19-Fache der kleinen Unternehmen für Digitalisierung aus; als Hemmnisse nennt der Bericht fehlende IT-Fachkräfte, Finanzierung und Unsicherheit bei Datenschutz und Datensicherheit.

Wie kleine Betriebe den Wechsel bis Oktober 2027 planen können

„Das zweite ESU-Jahr kostet doppelt so viel wie das erste, und es kauft keine Zeit, sondern nur Aufschub. Wer die Geräte ohnehin ersetzen muss, sollte den Austausch als Projekt mit Inventar, Reihenfolge und Datenübernahme planen statt als Notfall im Herbst 2027. Ein externer Dienstleister ist dafür oft günstiger als ein weiteres Jahr Sicherheitsupdates für einen Bestand, der danach trotzdem alt ist“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.

Die nächsten Stichtage liegen fest: Das zweite ESU-Jahr für Organisationen beginnt nach dem Microsoft-Kalender im November 2026, die Privatverlängerung endet am 12. Oktober 2027. Die Sicherheitsupdates für Microsoft 365 auf dem alten System enden am 10. Oktober 2028. Die vorige ESET-Auswertung stammte vom August 2025, eine nächste Zählung im Winter 2026/2027 würde zeigen, ob die Verlängerung den Umstieg bremst; KfW Research veröffentlicht den nächsten Digitalisierungsbericht erfahrungsgemäß im Frühjahr 2027. Bis dahin lohnt für jeden Betrieb eine Inventur: Welche Rechner laufen noch mit dem alten System, welche davon erfüllen die Hardware-Anforderungen von Windows 11, und welche müssen ersetzt werden.

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