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Mehr als jeder zehnte Aufzug in Deutschland hat erhebliche bis gefährliche Mängel

Etwas mehr als jeder zehnte Aufzug in Deutschland weist erhebliche bis gefährliche Mängel auf. Das ergibt sich aus der Mängelstatistik im aktuellen Anlagensicherheitsreport, die der TÜV-Verband heute in Berlin vorgestellt hat. Laut Anlagensicherheitsreport lag der Anteil der erheblichen Mängel 2025 bei 10,8 Prozent, der Anteil der gefährlichen Mängel bei 0,8 Prozent. Ein erheblicher Mangel bedeutet, dass für einen Aufzug eine Nachprüfung erforderlich ist, bei der überprüft wird, ob der Mangel beseitigt wurde. Bei einem gefährlichen Mangel muss ein Aufzug umgehend außer Betrieb gesetzt werden.

Für den Anlagensicherheitsreport wertet der TÜV-Verband die Daten aus den gesetzlich vorgegebenen Sicherheitsprüfungen der Zugelassenen Überwachungsstellen (ZÜS) aus, darunter TÜV Rheinland und weitere Prüfunternehmen. Insgesamt prüften die Überwachungsstellen im Jahr 2025 bundesweit 723.270 Aufzüge bei wiederkehrenden Prüfungen (Haupt- und Zwischenprüfungen). Auch dank der regelmäßigen Prüfungen durch unabhängige Prüforganisationen wie TÜV Rheinland zählen Aufzüge in Deutschland weiterhin zu den sichersten Anlagen.

Zusätzliche Auswertung mit bundesweiten Zahlen von TÜV Rheinland

TÜV Rheinland hat für 2025 zusätzlich ausgewertet, wie hoch der Mängelanteil bei Aufzugsprüfungen in Gebäuden der kritischen Infrastruktur sowie in deutschen Großstädten lag. Hierfür wurden ausschließlich Daten aus den bundesweit rund 180.000 Prüfungen von Personenaufzügen durch TÜV Rheinland genutzt. Typische Mängel, die Fachleute von TÜV Rheinland feststellen, sind Brüche oder Beschädigungen an den Tragmitteln, Spalten in Schacht- und Fahrkorbtüren, durch die insbesondere Kinderhände gefährdet sind, sowie Brandgefahr durch Verschmutzungen in der Schachtgrube.

Kritische Infrastruktur: Bahnhöfe mit den meisten erheblichen Mängeln

Bei den Aufzugsprüfungen in Bahnhöfen lag der Anteil erheblicher Mängel im Jahr 2025 mit 14,8 Prozent deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Umgekehrt sah das Bild in Flughäfen aus: Dort gab es bei den Prüfungen von TÜV Rheinland lediglich bei 6,6 Prozent der Aufzüge erhebliche Mängel. In Krankenhäusern und klinischen Einrichtungen, Verwaltungsgebäuden und bei Hochhäusern entsprach der Anteil erheblicher Mängel weitgehend dem Bundesdurchschnitt (siehe Grafik).

Großstadtvergleich: Stuttgart Schlusslicht

Im Vergleich der Großstädte in Deutschland ist der Anteil der Aufzüge mit einem erheblichen Mangel den Zahlen von TÜV Rheinland zufolge besonders auffällig in Stuttgart (13,8 Prozent), Hamburg (13,1 Prozent) und Berlin (11,3 Prozent). Leipzig (7,6 Prozent) und Frankfurt (7,9 Prozent) liegen deutlich, Dresden, Düsseldorf (je 9 Prozent) und Köln (9,3 Prozent) geringfügig unter dem bundesweiten Durchschnitt.

Aufzugsanlagen werden jährlich abwechselnd einer Haupt- und Zwischenprüfung durch eine unabhängige Prüforganisation wie TÜV Rheinland unterzogen. Die Terminverfolgung liegt in der Verantwortung der Betreiber, wobei TÜV Rheinland unterstützt und erinnert. Ob ein Aufzug fristgerecht geprüft wurde, ist auf der Prüfplakette im Fahrkorb zu erkennen. Neben der Prüforganisation ist dort das Datum der nächsten fälligen Prüfung angegeben, welches grundsätzlich nicht überschritten sein darf.

Den vollständigen Anlagensicherheitsreport des TÜV-Verbands gibt es unter www.technische-ueberwachung.de.

Über TÜV Rheinland

Die Welt zu einem sicheren Ort machen – und das seit mehr als 150 Jahren: Dafür steht TÜV Rheinland als einer der weltweit führenden Prüfdienstleister mit einem Jahresumsatz von mehr als 2,7 Milliarden Euro und 27.000 Mitarbeitenden in gut 50 Ländern. Die hoch qualifizierten Expertinnen und Experten prüfen technische Anlagen und Produkte, begleiten Innovationen und gestalten den Wandel zu mehr Nachhaltigkeit mit. Sie trainieren Menschen in zahlreichen Berufen und zertifizieren Managementsysteme nach internationalen Standards. Mit besonderer Expertise in Mobilität, Energieversorgung, Infrastruktur und vielen weiteren Bereichen sichert TÜV Rheinland unabhängig Qualität, insbesondere bei innovativen Technologien wie grünem Wasserstoff, künstlicher Intelligenz oder automatisiertem Fahren – und ermöglicht so eine sichere und lebenswerte Zukunft. Seit 2006 ist TÜV Rheinland Mitglied im Global Compact der Vereinten Nationen für mehr Nachhaltigkeit und gegen Korruption. Hauptsitz des Unternehmens ist Köln, Deutschland. Website: www.tuv.com

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