>> Lesestoff, interessante Berichte & Top-News

Saarwirtschaft weiterhin ohne Zuversicht

Vor dem Hintergrund unverändert hoher Kostenbelastungen und nochmals gestiegener Geschäftsrisiken entfaltet die Saarwirtschaft auch zu Beginn des Sommers noch keinen Schwung. Das signalisieren die Meldungen der Unternehmen zu ihrer aktuellen Geschäftslage und zu den Erwartungen für die kommenden sechs Monate. Zwar stieg der IHK-Lageindikator gegenüber dem Vormonat um 2,8 Punkte auf 6,4 Zähler und verzeichnete damit den sechsten Anstieg in Folge. Ursächlich hierfür sind vor allem verbesserte Lageeinschätzungen in Teilen der Stahl- und Automobilwirtschaft sowie im Handel. Dennoch liegt der Lageindikator weiterhin deutlich unter seinem langjährigen Durchschnitt von rund 17 Zählern.

Schwächer als im Vormonat fiel diesmal die Bewertung der Geschäftsaussichten für die kommenden sechs Monate aus. Der IHK-Erwartungsindikator gab um 0,8 Punkte auf minus 13,8 Zähler nach. Ursächlich hierfür sind im Wesentlichen zwei Faktoren: die Sorge vor weiterhin hohen Energiepreisen sowie das mangelnde Vertrauen in die Reformbereitschaft und Reformfähigkeit der Bundesregierung.

„Der Blick auf das zweite Halbjahr 2026 ist überwiegend von fehlendem Optimismus geprägt. Das Zögern und Zerreden dringend benötigter Reformen zur Entlastung von Unternehmen und Verbrauchern trägt spürbar zur Verunsicherung der Wirtschaft bei. Diese Unsicherheit und der unverändert hohe Kostendruck verhindern die dringend notwendige Belebung privater Investitionen. Zudem erhöht die aggressive chinesische Preispolitik den Importdruck auf den europäischen Märkten und verschärft den Wettbewerb für viele heimische Unternehmen. Die Bundespolitik ist deshalb mehr denn je gefordert, endlich einen glaubhaften wirtschaftspolitischen Turnaround einzuleiten. Unternehmen müssen bei Energiepreisen, Steuern, Abgaben und Bürokratie spürbar entlastet werden. Das würde Vertrauen schaffen und die Bereitschaft stärken, wieder mehr zu investieren, zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen und den Standort aus eigener Kraft zu modernisieren. Solange diese Impulse ausbleiben, bleibt für das Saarland ein Wirtschaftswachstum leicht oberhalb der Nulllinie in diesem Jahr noch das optimistischste Szenario. Doch das ist deutlich zu wenig, um Wohlstand, Beschäftigung und Zukunftschancen dauerhaft zu sichern.“ So kommentierte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Frank Thomé die Ergebnisse der Juni-Umfrage der IHK Saarland, an der sich rund 300 Unternehmen mit insgesamt gut 90.000 Beschäftigten beteiligt haben.

Derzeit bewerten 25 Prozent der befragten Unternehmen ihre Geschäftslage als gut oder sehr gut, 56 Prozent als befriedigend und 19 Prozent als schlecht.

Im Verarbeitenden Gewerbe zeigt sich weiterhin ein differenziertes Bild. Überwiegend befriedigend wird die Geschäftssituation in weiten Teilen der Industrie bewertet. Dies gilt für das Ernährungsgewerbe, die Metallerzeugung, die Stahlindustrie, den Stahlbau, den Maschinen- und Anlagenbau, die Medizintechnik, die Elektroindustrie sowie große Teile der Automobilzuliefererindustrie. In der Gummi- und Kunststoffindustrie sorgen die Entwicklungen im Nahen Osten weiterhin für Unsicherheit bei der Versorgung mit wichtigen Rohstoffen. Deutlich schwieriger bleibt die Lage bei den Gießereien, die nach wie vor unter hohen Energie- und CO₂-Kosten leiden.

Im Dienstleistungssektor berichten 76 Prozent der Unternehmen von guten oder zumindest befriedigenden Geschäften. Positiv wird die Geschäftslage in der IT-Branche bewertet, die von der zunehmenden Digitalisierung der Geschäftsprozesse profitiert. Im Finanzsektor, bei den unternehmensnahen Dienstleistern, im Handel sowie die der Hotellerie und Gastronomie überwiegen dagegen befriedigende Lageeinschätzungen.

Politik ist Geschäftsrisiko Nummer eins

Für die kommenden Monate bleibt die Stimmung in der Saarwirtschaft überaus gedämpft. Lediglich vier Prozent der Unternehmen rechnen mit besseren Geschäften, 17 Prozent erwarten eine Verschlechterung und 79 Prozent gehen von einer gleichbleibenden Entwicklung aus. Die anhaltend schwachen Geschäftserwartungen machen deutlich, dass die Unternehmen derzeit keine ausreichenden Impulse für eine nachhaltige wirtschaftliche Belebung erkennen können. „Dauerhaft tragfähiges Wachstum entsteht nicht durch staatliche Impulse auf Pump, sondern durch bessere Rahmenbedingungen für Investitionen, Innovationen und unternehmerische Initiative. Dafür braucht es jetzt entschlossene strukturelle Reformen: einen handlungsfähigen und zugleich schlanken Staat, wettbewerbsfähige Steuern und Lohnnebenkosten sowie international konkurrenzfähige Energiepreise. Die dazu notwendigen Strukturreformen dürfen nicht länger durch politische Taktik oder Wahltermine ausgebremst werden. Sie müssen jetzt angegangen werden, damit Deutschland und das Saarland ihre Wettbewerbsfähigkeit zurückgewinnen und wieder auf einen nachhaltigen Wachstumspfad einschwenken können“, so Thomé.

Firmenkontakt und Herausgeber der Meldung:

Industrie- und Handelskammer des Saarlandes
Franz-Josef-Röder-Straße 9
66119 Saarbrücken
Telefon: +49 (681) 9520-0
Telefax: +49 (681) 9520-888
http://www.saarland.ihk.de

Ansprechpartner:
Dr. Mathias Hafner
stv. Geschäftsführer – Pressesprecher
Telefon: +49 (681) 9520-300
Fax: +49 (681) 9520-388
E-Mail: mathias.hafner@saarland.ihk.de
Für die oben stehende Story ist allein der jeweils angegebene Herausgeber (siehe Firmenkontakt oben) verantwortlich. Dieser ist in der Regel auch Urheber des Pressetextes, sowie der angehängten Bild-, Ton-, Video-, Medien- und Informationsmaterialien. Die United News Network GmbH übernimmt keine Haftung für die Korrektheit oder Vollständigkeit der dargestellten Meldung. Auch bei Übertragungsfehlern oder anderen Störungen haftet sie nur im Fall von Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit. Die Nutzung von hier archivierten Informationen zur Eigeninformation und redaktionellen Weiterverarbeitung ist in der Regel kostenfrei. Bitte klären Sie vor einer Weiterverwendung urheberrechtliche Fragen mit dem angegebenen Herausgeber. Eine systematische Speicherung dieser Daten sowie die Verwendung auch von Teilen dieses Datenbankwerks sind nur mit schriftlicher Genehmigung durch die United News Network GmbH gestattet.

counterpixel