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Digitaler Euro geht in die Pilotphase: 36 Zahlungsdienstleister aus dem Euroraum wurden ausgewählt, der Test startet 2027

Das Vorhaben eines digitalen Zentralbankgelds für den Euroraum hat eine konkrete Zeitachse bekommen. Laut der Europäischen Zentralbank wurden aus über 50 Bewerbungen 36 Zahlungsdienstleister aus dem gesamten Euroraum für das Pilotprojekt ausgewählt. In der zweiten Jahreshälfte 2027 soll ein zwölfmonatiges Pilotprojekt starten. Die Notenbank will für eine mögliche Erstausgabe im Jahr 2029 bereit sein, vorausgesetzt die Rechtsgrundlage wird 2026 angenommen. Die Aufforderung zur Interessenbekundung erging im März 2026.

Ein Pilotprojekt ist noch keine Einführung

Wichtig an der Ankündigung ist, was sie nicht enthält. Die Auswahl der Teilnehmer schafft die technischen Voraussetzungen; über Ausgabe und Zeitpunkt entscheidet die Notenbank erst, wenn der rechtliche Rahmen steht.

Für Menschen, die digitale Zahlungsmittel verfolgen, ist die Unterscheidung vertraut. Sie prägt auch die Bewertung privater Kryptowerte, deren Entwicklung von den Anfängen bis heute immer wieder zwischen Ankündigung und Verbreitung unterscheiden musste.

Der Unterschied liegt im Emittenten

Ein digitaler Euro wäre Zentralbankgeld in elektronischer Form. Damit unterscheidet er sich grundsätzlich von Guthaben bei einer Geschäftsbank und ebenso von privat geschaffenen Kryptowerten.

Die Unterscheidung ist keine Formalie. Sie bestimmt, wer im Ernstfall für den Wert einsteht — und sie erklärt, warum eine Zentralbank Jahre in Vorbereitung investiert, bevor sie ausgibt.

„Zwischen einem Pilotprojekt und einem Zahlungsmittel im Portemonnaie liegen bei Zentralbanken üblicherweise Jahre. Wer 2029 hört, sollte 2029 lesen und nicht bald“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.

Was das Projekt vorsieht

Nach Angaben der Europäischen Zentralbank ergibt sich folgender Stand:

  • Über 50 Zahlungsdienstleister aus dem Euroraum haben sich beworben.
  • Ausgewählt wurden 36 von ihnen.
  • Das Pilotprojekt soll in der zweiten Jahreshälfte 2027 beginnen.
  • Es ist auf zwölf Monate angelegt.
  • Eine mögliche Erstausgabe wird für 2029 vorbereitet.

Was der Zeitplan für den übrigen Markt bedeutet

Ein staatlich ausgegebenes digitales Zahlungsmittel verdrängt private Kryptowerte nicht automatisch, es setzt ihnen aber einen Vergleichsmaßstab entgegen. Verfügbarkeit, Kosten und Endgültigkeit einer Zahlung werden dann an einem öffentlichen Angebot gemessen.

Ein zweiter Unterschied betrifft die Verfügbarkeit. Bargeld funktioniert ohne Netz und ohne Vertrag, ein digitales Zahlungsmittel nicht — welche Rolle die Notenbank dieser Frage einräumt, wird sich an der Ausgestaltung des Pilotprojekts ablesen lassen.

Bis dahin bleibt der Markt von seinen eigenen Zyklen bestimmt. Wie stark diese ausschlagen können, zeigt sich an Bewegungen wie der Nachfrage großer Halter bei nachlassenden Zuflüssen.

Woran sich die nächsten Schritte messen lassen

Der nächste überprüfbare Punkt ist die Rechtsgrundlage. Wird sie 2026 nicht angenommen, verschiebt sich die gesamte Kette nach hinten — der Zeitplan der Notenbank hängt ausdrücklich an dieser Bedingung.

Danach folgt der Aufbau der Testumgebung. Erst wenn diese steht, lässt sich beurteilen, ob der Zeitplan bis 2029 belastbar ist oder ob er zum wiederholten Mal gestreckt wird.

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