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ELVIS Marktreport: Knappes Personal und begrenzter Frachtraum prägen den Transportmarkt

Die Europäische Ladungs-Verbund Internationaler Spediteure (ELVIS) AG analysiert in ihrem aktuellen Marktreport das zweite Quartal 2026: Der Transportmarkt bewegt sich trotz moderater wirtschaftlicher Erholung weiterhin in einem angespannten Umfeld. Die moderate Nachfrage sorgt für eine hohe Auslastung, gleichzeitig steht jedoch nur begrenzt Frachtraum zur Verfügung. Besonders der zunehmende Mangel an Fahrpersonal wird angesichts der Ferienzeit wieder deutlich sichtbar. Hinzu kommen hohe und volatile Energiepreise sowie weiter steigende Personalkosten. Für das anstehende Herbstgeschäft kommt es aus Sicht des Speditionsverbunds daher darauf an, vorhandene Kapazitäten zu sichern und Fahrer langfristig zu binden.

„Ein leichtes Wachstum ist da, aber es kommt noch nicht in der Breite der Wirtschaft an. Gerade bei den für den Transport wichtigen Industrien fehlen weiterhin die Impulse“, sagt Nikolja Grabowski, Vorstand der ELVIS AG. Das Bruttoinlandsprodukt hat im zweiten Quartal 2026 trotz der deutlich gestiegenen Energiepreise um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal zugelegt. Damit setzt sich der moderate Wachstumskurs aus dem ersten Quartal des Jahres fort.

In der Industrie bleibt die Entwicklung jedoch verhalten: Die Produktion chemischer Erzeugnisse sank im Juni um 1,8 Prozent gegenüber dem Vormonat, im Maschinenbau ging sie sogar um 3,9 Prozent zurück. „Bei der Einordnung der Zahlen muss allerdings auch berücksichtigt werden, dass zum Ende des Betrachtungszeitraums bereits die Ferienzeit begonnen hat“, ergänzt Grabowski.

Begrenzter Frachtraum sorgt für hohe Auslastung

Im Lkw-Güterverkehr hat die mautpflichtige Fahrleistung im zweiten Quartal deutlich zugelegt: Im Juni lag sie 10,5 Prozent über dem Vormonat und 8,1 Prozent über dem Vorjahresmonat. Gleichzeitig blieb die Kapazitätssituation im Transportmarkt über das gesamte zweite Quartal hinweg angespannt. „Wir dürfen hohe Auslastung nicht mit einem starken Markt verwechseln. Was wir aktuell sehen, ist vor allem ein begrenztes Angebot an verfügbarem Frachtraum“, sagt Grabowski.

Energie- und Personalkosten belasten Transportunternehmen

Die hohen Energiepreise des zweiten Quartals schlagen zunehmend auf die Kostenstrukturen der Unternehmen durch. Auch bei den Personalkosten bleibt der Druck hoch: Zwar blieben sie gegenüber dem Vorquartal unverändert, lagen jedoch 3,7 Prozent über dem Niveau des Vorjahresquartals und damit weiterhin über der allgemeinen Teuerungsrate.

Beim Diesel zeigte sich im Quartalsverlauf zunächst eine kurzfristige Entlastung: Im Juni lagen die Preise 11,8 Prozent unter dem Vormonat, gleichzeitig aber noch 11,2 Prozent über dem Vorjahresniveau. In der tagesaktuellen Betrachtung erreichen die Dieselpreise bereits wieder neue Höchststände. Außerdem erschwert die hohe Volatilität die Kalkulation im Spotmarkt: Kurzfristige Veränderungen der Kraftstoffkosten können die Wirtschaftlichkeit einzelner Transporte spürbar beeinflussen. „Für Speditionen ist nicht nur das Preisniveau eine Herausforderung, sondern vor allem die Geschwindigkeit, mit der sich die Kosten verändern. Das macht eine verlässliche Kalkulation zunehmend schwierig“, sagt Grabowski.

Fahrermangel rückt wieder in den Fokus

Die Stimmung in der Transportbranche bleibt angespannt. Besonders deutlich zeigt sich das bei den Geschäftserwartungen: Sie verschlechterten sich im Juni um 2,6 Prozent gegenüber dem Vormonat und lagen 22 Prozent unter dem Vorjahreswert. Auch die Umsatzerwartungen gingen gegenüber dem Vormonat um 3,0 Prozent zurück.

Hinzu kommt, dass der verfügbare Frachtraum trotz der beginnenden Ferienzeit begrenzt bleibt. Zwar geht die Nachfrage in dieser Phase saisonbedingt teilweise zurück, gleichzeitig fallen jedoch viele Fahrer und Fahrzeuge durch Urlaubsabwesenheiten aus. „Die Ferienzeit zeigt sehr deutlich, wie wenig personelle Puffer viele Betriebe inzwischen haben. Wenn ein Teil der Stammfahrer im Urlaub ist, wird es schnell schwierig, die vorhandenen Fahrzeuge überhaupt auf die Straße zu bringen“, sagt Grabowski.

Frühzeitig Kapazitäten für Herbstgeschäft sichern

Mit Blick auf das anstehende Herbstgeschäft rät der Speditionsverbund den Unternehmen daher, die aktuelle Phase zu nutzen, um ihre Personal- und Kapazitätsplanung zu überprüfen. Insbesondere die Gewinnung und Bindung von Fahrpersonal spielt dabei eine wichtige Rolle. Viele Betriebe stoßen hier jedoch bereits heute an ihre Grenzen und haben zunehmend Schwierigkeiten, offene Stellen zu besetzen. Gerade in einem volatilen Marktumfeld gewinnt daher ein eigener Fuhrpark mit fest eingeplantem Fahrpersonal an Bedeutung.

„Wer jetzt seine Fahrer hält, Kapazitäten absichert und gleichzeitig die eigene Wirtschaftlichkeit konsequent im Blick behält, schafft sich den nötigen Spielraum, um auch in einem schwierigen Marktumfeld erfolgreich zu sein“, resümiert Grabowski.

Weitere Informationen über die ELVIS AG gibt es unter:
www.elvis-ag.com

Den gesamten Marktreport zum Download gibt es unter:
https://we.tl/t-VZxBkNALnZY3Chvr

Über die ELVIS AG

Die ELVIS AG (Europäischer Ladungs-Verbund Internationaler Spediteure) ist der führende Verbund von Lkw-Speditionen und Frachtführern Europas und die Interessensvertretung von über 250 Partnerunternehmen. Über seine Partner ist der Verbund an 350 Standorten in Deutschland und in mehr als 30 Ländern Europas vertreten. Primäres Ziel der ELVIS AG ist es, Vorteile für die angeschlossenen Unternehmen zu realisieren, die sich aufgrund von Skaleneffekten und der Zusammenarbeit untereinander ergeben.
Zum Leistungsportfolio des Verbundes zählen der zentrale Einkauf von Waren und Dienstleistungen, der eigene Onlineshop „ELVIS Truckstar“ sowie Beratungslösungen. ELVIS informiert seine Partner frühzeitig über alle Markt- und Branchenveränderungen sowie über relevante politische Entwicklungen und deren Auswirkungen.

Als Dachorganisation fungiert der Verbund als zentraler Ansprechpartner und Interessensvertretung seiner Partner gegenüber Politik und Verwaltung. Mit dem Ziel, praxisrelevante Mehrwerte und Vorteile für die angeschlossenen Unternehmen zu generieren, initiiert und betreut die ELVIS AG zudem regelmäßig Pilotprojekte und Kooperationen mit Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen.

Zudem bestehen unter dem Dach der ELVIS AG verschiedene operative Netzwerke: ein Part Load Network, ein Full Load Network, ein Volume Load Network, ein Baustoffnetzwerk sowie ein Palettenportal. Darüber hinaus ist der Verbund Mitgesellschafter des Transport- und Logistiknetzwerks ABC Business Network mit Sitz in Verona.

Die ELVIS AG besteht seit 2006 und verfügt mittels ihrer Partner heute über eine Flotte von mehr als 19.000 Lkw.

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