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Pickwagen in der Lagerlogistik: Mobile Kommissionierung effizient, ergonomisch und flexibel gestalten

Steigende Variantenvielfalt, kürzere Lieferzeiten und hoher Kostendruck stellen die Lagerlogistik vor neue Herausforderungen. Materialien müssen schnell, zuverlässig und ergonomisch bereitgestellt werden. Gerade bei der manuellen Kommissionierung entscheidet deshalb auch die Gestaltung der Materialbewegungen über die Effizienz.

Pickwagen sind hierfür ein wichtiges Werkzeug. Sie verbinden strukturierte Ablage mit mobiler Bereitstellung und können dazu beitragen, Suchzeiten, unnötige Wege und manuelle Umgriffe zu reduzieren. Richtig geplant, werden sie zu einem festen Bestandteil eines schlanken Materialflusses – und nicht lediglich zu einem Wagen, auf dem Waren transportiert werden.

Was ist ein Pickwagen?
Ein Pickwagen ist ein mobiler Wagen, der speziell für die Kommissionierung und Bereitstellung von Waren, Bauteilen oder Materialien ausgelegt ist. Im Gegensatz zu einem einfachen Transportwagen steht nicht allein der Transport von A nach B im Mittelpunkt. Entscheidend ist die übersichtliche und ergonomische Anordnung der benötigten Teile während des Arbeitsprozesses.

Typisch sind mehrere Ebenen, definierte Ablageflächen, leichtgängige Rollen und anpassbares Zubehör. Je nach Einsatz kann der Aufbau auf kleine Teile, hohe Lasten, empfindliche Produkte oder bestimmte Greifhöhen abgestimmt werden. Der Pickwagen wird damit zur Schnittstelle zwischen Lager, Kommissionierung, Versand und Produktion.

Pickwagen und Transportwagen: Wo liegt der Unterschied?
Die Begriffe Pickwagen, Kommissionierwagen und Transportwagen werden im Alltag teilweise gleich verwendet. Ein klassischer Transportwagen ist jedoch in erster Linie dafür ausgelegt, Güter sicher von einem Ort zum anderen zu bewegen. Bei einem Pickwagen steht dagegen die Kommissionierung im Vordergrund.

Die Ladeflächen und Ablagen sind so angeordnet, dass Artikel übersichtlich bereitgestellt und möglichst ohne zusätzliche Such- oder Sortiervorgänge entnommen werden können. Damit verschiebt sich der Fokus: Während beim Transportwagen Belastbarkeit und Transportleistung im Vordergrund stehen, geht es beim Pickwagen zusätzlich um Ergonomie, Übersichtlichkeit und Prozessgeschwindigkeit.

Ein Pickwagen kann daher als spezialisierte Form des Transportwagens verstanden werden – aber nicht jeder Transportwagen ist automatisch für die Kommissionierung optimiert.

Effiziente Kommissionierung beginnt beim Aufbau
Kommissionierung verursacht in vielen Unternehmen einen erheblichen Anteil der innerbetrieblichen Wege und manuellen Tätigkeiten. Jede unnötige Bewegung kostet Zeit. Muss ein Mitarbeiter beispielsweise wiederholt zu einem Regal zurückgehen, um fehlende Artikel zu holen, entsteht keine Wertschöpfung. Genau hier setzt eine durchdachte mobile Bereitstellung an.

Ein Pickwagen kann mehrere Artikel oder Behälter gleichzeitig aufnehmen und in sinnvoller Reihenfolge bereitstellen. Ebenen und Fächer lassen sich an Greifhäufigkeit und Produktgröße anpassen.

Das Ziel ist ein möglichst einfacher Ablauf: Auftrag aufnehmen, benötigte Artikel greifen, strukturiert ablegen und anschließend gesammelt weitertransportieren. Je besser der Wagen auf diesen Ablauf abgestimmt ist, desto weniger unnötige Bewegungen entstehen.

Ergonomie als Bestandteil effizienter Lagerprozesse
Effizienz und Ergonomie sollten in der Lagerlogistik nicht getrennt betrachtet werden. Ein Wagen, der zwar viele Teile aufnehmen kann, aber ungünstige Greifhöhen oder schlecht zugängliche Ablageflächen besitzt, kann den Prozess langfristig sogar erschweren.

Deshalb spielen Höhe, Tiefe, Anordnung der Ebenen, Rollen und Griffe eine wichtige Rolle. Materialien sollten möglichst ohne unnötiges Bücken, Strecken oder Verdrehen erreichbar sein. Gleichzeitig muss der Wagen auch bei voller Beladung sicher und leichtgängig bewegt werden können.

Eine ergonomische Gestaltung unterstützt damit nicht nur die Mitarbeiter, sondern kann auch die Prozessqualität verbessern. Wenn Artikel übersichtlich angeordnet und schnell erreichbar sind, sinkt die Wahrscheinlichkeit von Verwechslungen und unnötigen Unterbrechungen.

Modularität schafft Anpassungsfähigkeit
Lagerprozesse verändern sich: Produktabmessungen wechseln, Auftragsstrukturen ändern sich oder Arbeitsplätze werden neu organisiert. Ein fest aufgebauter Wagen stößt dann schnell an seine Grenzen.

Modulare Systeme bieten hier einen entscheidenden Vorteil. Pickwagen können aus standardisierten Komponenten aufgebaut und bei Bedarf verändert oder erweitert werden. Bei BeeWaTec kommen dafür unter anderem Rohrstecksysteme aus Stahl oder Aluminium, Verbindungen, Rollen und verschiedene Anbauteile zum Einsatz.

Je nach Anwendung lassen sich beispielsweise Rollerbahnen, Beleuchtung, Panels oder textile Einsätze integrieren. Auch die Anzahl und Höhe der Ebenen kann auf die jeweiligen Behälter und Produkte abgestimmt werden. So entsteht eine Lösung, die sich am tatsächlichen Prozess orientiert.

Rollen entscheiden über die tatsächliche Mobilität
Die Mobilität eines Pickwagens hängt wesentlich von seinen Rollen ab. Entscheidend sind Tragfähigkeit, Durchmesser, Bodenbeschaffenheit, Lastverteilung und gewünschte Manövrierfähigkeit. Lenkrollen erleichtern Richtungswechsel und das Bewegen auf engem Raum.

Bei hohen Lasten müssen die Rollen entsprechend ausgelegt sein, damit der Wagen auch unter Belastung kontrolliert bewegt werden kann. Die Rolle ist damit ein funktionaler Bestandteil des Materialflusses.

Pickwagen im Lean Management und Milkrun
Besonders interessant werden mobile Kommissionierlösungen im Zusammenhang mit Lean Management. Ziel ist es unter anderem, Verschwendung zu vermeiden und Material möglichst bedarfsgerecht bereitzustellen. Unnötige Wege, Wartezeiten und Zwischenlagerungen gehören zu den typischen Ansatzpunkten.

Pickwagen können diesen Ansatz unterstützen, indem sie Material gebündelt und strukturiert bereitstellen. In Verbindung mit dem Milkrun-Prinzip lassen sich wiederkehrende Transport- und Versorgungsrouten definieren. Material wird dabei nach Bedarf in festgelegten Intervallen bereitgestellt, anstatt dass einzelne Transporte ungeplant erfolgen.

So kann ein Pickwagen Teil eines größeren Materialflusskonzepts werden und die Verbindung zwischen Lager, Arbeitsplätzen und der nächsten Prozessstufe schaffen.

Von der manuellen Kommissionierung zur Automatisierung
Mobile Wagen können mit digitalen Technologien erweitert werden. Pick-by-Light-Systeme unterstützen bei der Identifikation von Artikeln und Entnahmeorten, digitale Planungstools bei der Auslegung. In Kombination mit autonomen mobilen Robotern (AMR) können geeignete Wagen automatisiert zwischen definierten Stationen bewegt werden. Sinnvoll ist, zunächst den bestehenden Prozess zu analysieren und anschließend gezielt zu automatisieren.

Damit kann aus einem einfachen Hilfsmittel für die Kommissionierung ein Bestandteil eines digital unterstützten Materialflusssystems werden. Die technische Erweiterung sollte dabei immer dem tatsächlichen Prozess dienen und nicht zum Selbstzweck werden.

Worauf Unternehmen bei der Planung achten sollten
Vor der Anschaffung oder Konstruktion eines Pickwagens lohnt sich eine genaue Betrachtung des bestehenden Prozesses:

[*]Einsatzbereich: Wird der Wagen im Lager, in der Produktion, im Versand oder an mehreren Stellen eingesetzt?
[*]Ladegut: Welche Abmessungen, Gewichte und Behältertypen müssen aufgenommen werden?
[*]Greifablauf: Welche Artikel werden häufig benötigt und wo sollten sie positioniert sein?
[*]Mobilität: Welche Böden, Fahrwege, Lasten und Wendekreise sind zu berücksichtigen?
[*]Ergonomie: Sind alle relevanten Artikel ohne unnötiges Bücken oder Strecken erreichbar?
[*]Erweiterbarkeit: Kann der Wagen bei veränderten Anforderungen angepasst oder ergänzt werden?
[*]Schnittstellen: Soll der Wagen mit Regalen, Routenzügen, Fördertechnik oder AMR-Systemen zusammenarbeiten?

So wird nicht nur der Wagen, sondern sein Zusammenspiel mit dem gesamten Materialfluss betrachtet.

Pickwagen als Baustein einer zukunftsfähigen Intralogistik
Lager und innerbetriebliche Logistik müssen flexibel auf veränderte Produkte, Mengen und Prozesse reagieren. Deshalb gewinnen modulare und anpassbare Lösungen an Bedeutung.

Ein Pickwagen kann weit mehr sein als ein mobiler Ablagewagen. Richtig ausgelegt, unterstützt er eine strukturierte Kommissionierung, reduziert unnötige Wege, verbessert die ergonomische Bereitstellung und lässt sich in bestehende Lean- und Materialflusskonzepte integrieren.

BeeWaTec verfolgt mit seinen modularen Systemen genau diesen Ansatz. Aus Rohrstecksystemen, Rollen und unterschiedlichen Anbauteilen lassen sich individuelle Kommissionier- und Transportlösungen aufbauen. Je nach Anwendung können Stahl- und Aluminiumkomponenten, verschiedene Ablagekonzepte und ergänzende Funktionen kombiniert werden.

Der entscheidende Vorteil liegt darin, den Wagen an den Prozess anzupassen – und nicht den Prozess an einen vorgegebenen Wagen. Für Unternehmen, die ihre Lagerlogistik schrittweise optimieren möchten, kann der Pickwagen damit ein vergleichsweise einfaches, aber wirkungsvolles Element sein.

Fazit
Effiziente Kommissionierung entsteht nicht allein durch größere Lagerflächen oder digitale Systeme. Häufig liegt ein wichtiger Hebel in der Gestaltung der täglichen Materialbewegungen. Ein passend konfigurierter Pickwagen bringt benötigte Artikel zusammen, schafft Übersicht und ermöglicht eine ergonomische und mobile Bereitstellung.

Durch modulare Bauweisen lässt sich der Wagen an unterschiedliche Produkte, Lasten und Prozesse anpassen. In Lean-Prozessen kann er Wege und Verschwendung reduzieren, im Milkrun die bedarfsgerechte Versorgung unterstützen und in Verbindung mit digitalen Technologien oder AMR-Lösungen Teil eines automatisierten Materialflusses werden.

Damit ist der Pickwagen ein kleines, aber vielseitiges Element moderner Intralogistik – besonders dann, wenn Konstruktion, Ergonomie und Prozessablauf von Anfang an gemeinsam betrachtet werden.

Über die BeeWaTec AG

Die BeeWaTec Gruppe, mit Stammsitz im schwäbischen Pfullingen, ist mit einem flexiblen und innovativen Produktportfolio rund um Lean Manufacturing und Industrie 4.0 international vernetzt und verfügt über Tochtergesellschaften und Niederlassungen in Ungarn, Rumänien, Tschechien, Polen, Österreich und in der Schweiz. Mit seinem innovativen Baukastensystem für die schlanke Fertigung ist BeeWaTec einer der führenden Anbieter im deutschen Markt und konnte seine internationale Marktposition bei Lean- und Materialflusskomponenten kontinuierlich ausbauen. Hier bietet BeeWaTec zum Beispiel Produktions-Arbeitsplätze, Werkstatt-, Labor- und Lager-Ausrüstungen, Kommissioniersysteme, Intralogistik und fahrerlose Transportmittel.

Weitere Informationen unter www.beewatec.de

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