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E-Auto laden in Deutschland, Österreich und der Schweiz: Der connect-Test zeigt, wo Schnellladen überzeugt und wo es hakt

Laut Bundesnetzagentur gab es in Deutschland im August 2026 bereits 212 064 öffentliche Ladepunkte, davon 55 655 Schnelllader – ein Plus von 34 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Für ihren Ladenetztest fuhren die EMobilitätsexperten von umlaut, Teil von Accenture, zwischen Ende Juli und Anfang September rund 6700 Kilometer in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Dabei prüften die Testteams die Schnellladestationen von insgesamt 17 Anbietern. Bewertet wurden sowohl die Ladepunktbetreiber (Charge Point Operators, CPOs) als auch die Anbieter von Ladekarten und Apps (Electric Mobility Service Providers, eMSPs).

Deutschland: Aral Pulse siegt zum vierten Mal Die Route durch Deutschland fiel mit 4200

Kilometern um mehr als 50 Prozent länger aus als im Vorjahr. Getestet wurden neun deutsche CPOs mit je sechs Standorten. Sieger wurde erneut Aral Pulse mit 853 von 1000 möglichen Punkten und der Note „sehr gut“ – bereits zum vierten Mal in Folge. Die Marke des Mineralölkonzerns BP überzeugt durch ihr Konzept, Schnellladen an innerstädtischen Tankstellen anzubieten. Nach Einschätzung der Tester sichert sich Aral Pulse erneut die Spitzenposition in der deutschen CPO-Wertung, weil der Konzern sein Angebot fortlaufend weiterentwickelt, anstatt sich auf dem Bestand auszuruhen. Auf Platz zwei folgt EnBW mit 831 Punkten und der Note „gut“: Der baden-württembergische Energieversorger hat seit dem letzten Test über 30 neue Ladeparks eröffnet, darunter einen bei Karlsruhe mit zwölf Ladepunkten bis 480 kW und rund um die Uhr zugänglichem Aufenthaltsbereich. Ionity (808 Punkte) und Mer (784 Punkte) komplettieren mit „gut“ die Spitzengruppe, während EDRI, Allego, EWE Go, Shell Recharge und Pfalzwerke mit „befriedigend“ abschließen.

Bei den eMSPs, die Ladekarten, Apps und Abrechnung bereitstellen, sicherte sich EnBW Mobility+ zum achten Mal in Folge den Testsieg mit 851 von 1000 Punkten und der Note „sehr gut“. Ausschlaggebend war neben dem überzeugenden Angebot auch hier die kontinuierliche Weiterentwicklung, unter anderem durch verbesserte Verfügbarkeitsanzeigen, eine optimierte Ladehistorie sowie das neue Bonusprogramm EnBW collect. Auf Platz zwei folgt EWE Go mit 824 Punkten und „gut“, dahinter Plugsurfing (768 Punkte), das sich dank Verfeinerungen wie der Unterstützung von Apple CarPlay und Android Auto deutlich von „befriedigend“ auf „gut“ verbesserte. ChargeNow steigerte sich von „ausreichend“ auf „gut“ (754 Punkte). Aral Pulse, Maingau und Shell Recharge erhielten im eMSP-Ranking die Note „befriedigend“.

Österreich: SMATRICS EnBW an der Spitze

In Österreich wechselte die Führung: SMATRICS EnBW steigerte sich von „befriedigend“ im Vorjahr auf „gut“ mit 785 Punkten und die beste Bewertung des Landes – Resultat einer Qualitätsinitiative für intuitivere Bedienung, mehr Transparenz und bessere Bezahlmöglichkeiten. Diese Verbesserung wirkt sich nicht nur an neuen Ladeparks wie Regau, Altlengbach und Pinggau an Österreichs Autobahnen aus, sondern auch an bestehenden Standorten. OMV folgt mit 760 Punkten und „gut“; der größte heimische Öl- und Gaskonzern bietet an seinem Standort Urstein bei Salzburg als erster Ladepunkt Österreichs sogar „Megawatt Charging“ (MCS) an. Ionity Österreich (739 Punkte), Shell Recharge Österreich (737 Punkte) und Mer Austria (705 Punkte) erreichten die Note „befriedigend“.

Schweiz: Ionity verbessert sich auf Platz eins

In der Schweiz setzte sich Ionity mit 829 Punkten und der Note „gut“ an die Spitze – ein deutlicher Sprung vom zweiten Platz im Vorjahr. Mehrere Standorte wie Heidiland an der A13, die Gotthard-Raststätte an der A2 oder Oftringen im Aargau wurden bereits auf 400 kW aufgerüstet, ein weiterer Ausbau auf 600 kW ist geplant. Auf Platz zwei folgt GoFast mit 736 Punkten und „befriedigend“: Der Zürcher Anbieter hat die Ladenetze seines ehemaligen Mitbewerbers Move sowie das Swisscharge-Netz übernommen und baut derzeit ein Schnellladenetz an rund 150 Aldi SuisseStandorten auf. Shell Recharge Schweiz (721 Punkte, „befriedigend“) hat sich gegenüber der Vorjahresnote „ausreichend“ verbessert und kündigte jüngst die Übernahme des öffentlichen Ladenetzes EVPass mit rund 3000 Ladepunkten an.

Warum Tesla nicht bewertet wird

Tesla wurde wie in den vergangenen Jahren nicht in die Testwertung aufgenommen. Zwar betreibt der Autohersteller rund 240 Standorte mit etwa 3500 Ladepunkten in Deutschland und hat einen Großteil seiner Supercharger für Fremdmarken geöffnet. Doch die Bedienung vieler älterer Säulen ist komplett auf Tesla-Fahrzeuge ausgelegt. Fahrer anderer Marken benötigen zwingend die Tesla-App und zahlen zudem höhere Preise als Tesla-Kunden. Wegen dieser Sonderrolle wäre eine Benotung nach Einschätzung der Tester nicht fair vergleichbar mit klassischen CPOs.

Testmethodik: Strengere Kriterien als im Vorjahr

Für die Auswahl der besuchten Standorte galten zwei Kriterien: mindestens vier parallele HPC-Ladevorgänge mit 150 kW oder mehr und eine maximale Entfernung von 1,5 Kilometern zur nächsten Autobahnausfahrt. Vor Ort protokollierten die Testteams Beschilderung, Wetterschutz, Sanitäranlagen und Verpflegungsmöglichkeiten, während des Ladevorgangs Kabelmanagement, Bedienbarkeit und Barrierefreiheit sowie bei der Bezahlung Preistransparenz, unterstützte Zahlungsmethoden und Rechnungsstellung. Gegenüber dem Vorjahr wurde das Testverfahren verschärft: Die tatsächliche Ladeleistung und der Zugang zur Station werden strenger bewertet, und die Preistransparenz fließt stärker ins Gesamtergebnis ein. Die eigentlichen Kosten sind hingegen nicht Teil der Bewertung, sie werden im aktuellen connect-Ladetarif-Test beurteilt.

connect Testfazit

„Besonders erfreulich sind die zahlreichen Leistungssteigerungen gegenüber dem Vorjahr. In Deutschland zeigen die Spitzenplätze das aus dem Vorjahr vertraute Bild, in Österreich und in der Schweiz gab es dagegen Platzwechsel. Bemerkenswert ist dabei die Leistungssteigerung von SMATRICS EnBW. Bei vielen der Testkandidaten sind gegenüber 2025 Verbesserungen zu beobachten – das ist besonders erfreulich“, kommentiert E-Mobility-Experte Hannes Rügheimer die Ergebnisse des Tests.

Der komplette Ladenetztest mit allen Einzelwertungen für Deutschland, Österreich und die Schweiz erscheint in der Ausgabe 11/2026 von connect (EVT: 05.10.26) und auf connect.de.

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Hannes Rügheimer, connect-Autor
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