Der BDEW-Durchschnitt bildet Tarife ab, die zum Berechnungszeitpunkt abschließbar waren, gewichtet nach der Vertragsstruktur der Bundesnetzagentur. Bestehende Verträge und Sondertarife wie Wärmepumpen- oder Heizstrom bleiben außen vor. Der Grundpreis ist anteilig enthalten.
Warum der Strompreis 2026 trotz gestiegener Großhandelspreise sinkt
Der Rückgang hat vor allem eine politische Ursache. Nach Angaben des BDEW macht sich in den Netzentgelten der Zuschuss des Bundes zu den Übertragungsnetzentgelten bemerkbar. Die Kosten für Beschaffung und Vertrieb liegen mit 15,2 Cent je Kilowattstunde etwas niedriger als im Vorjahr, Steuern, Abgaben und Umlagen bleiben mit 12,6 Cent unverändert. Der Anstieg der Großhandelspreise infolge des Iran-Kriegs spiegelt sich dem Verband zufolge bisher nicht nennenswert in den Neutarifpreisen wider.
Die Zusammensetzung zeigt, wie wenig der Verbraucher selbst beeinflusst. Beschaffung und Vertrieb machen 41,0 Prozent des Preises aus, Netzentgelte 25,0 Prozent und Steuern, Abgaben und Umlagen 34,0 Prozent. Allein die Mehrwertsteuer schlägt laut BDEW mit 5,91 Cent je Kilowattstunde zu Buche, die Stromsteuer mit 2,05 Cent.
Was das Statistische Bundesamt für den August 2026 misst
Die amtliche Preisstatistik bestätigt die Richtung. Laut der Pressemitteilung Nummer 320 des Statistischen Bundesamts vom 10. September 2026 kostete Strom im August 2026 um 5,5 Prozent weniger als im August 2025. Haushaltsenergie insgesamt verbilligte sich um 0,7 Prozent, weil auch Erdgas mit minus 2,9 Prozent und Fernwärme mit minus 1,0 Prozent günstiger wurden. Leichtes Heizöl verteuerte sich dagegen um 49,6 Prozent, fällt bei den Konsumausgaben aber kaum ins Gewicht.
Die Gesamtinflation lag laut derselben Mitteilung im August 2026 bei 2,9 Prozent. Strom gehört damit zu den wenigen Posten im Warenkorb, die gegen den Trend billiger geworden sind. Das Statistische Bundesamt führt die rückläufigen Preise bei Strom, Erdgas und Fernwärme teilweise auf die seit Jahresbeginn umgesetzten Maßnahmen der Bundesregierung zurück.
Wie viel eine Stunde Bügeln bei 37,0 Cent tatsächlich kostet
Die Leistungsaufnahme eines Bügeleisens steht auf dem Typenschild, die Kosten je Stunde ergeben sich aus Leistung mal Strompreis.
Drei Leistungsklassen zeigen die Spanne bei 37,0 Cent je Kilowattstunde:
- Reisebügeleisen mit 1.000 Watt: 37 Cent je Stunde Dauerheizung
- Dampfbügeleisen mit 2.400 Watt: rund 89 Cent je Stunde Dauerheizung
- Dampfbügelstation mit 3.000 Watt: 1,11 Euro je Stunde Dauerheizung
Die Werte sind Obergrenzen. Das Thermostat schaltet die Heizung ab, sobald die Sohle ihre Solltemperatur erreicht hat; im Betrieb heizt ein Bügeleisen deshalb nur einen Teil der Zeit. Wer die Wäsche leicht feucht bügelt und nach Temperatur sortiert, verkürzt die Heizphasen weiter; wie das im Alltag gelingt, zeigt die Sammlung zu energiesparenden Bügelmethoden desselben Portals.
Wo Haushalte beim Tarif noch Spielraum haben
Der Preis hängt vom Vertrag ab, nicht nur vom Markt. Laut der Vertragsstruktur der Bundesnetzagentur, die der BDEW seiner Analyse zugrunde legt, liefen 2024 bundesweit 78 Prozent der Haushaltsverträge als Tarifprodukte und 22 Prozent in der Grundversorgung. Die Grundversorgung ist meist der teurere Tarif, und der Wechsel ist fast überall möglich. Nach Angaben der Bundesnetzagentur beliefern in 95 Prozent der Netzgebiete mehr als 20 verschiedene Lieferanten Stromkunden, in 91 Prozent sogar mehr als 50.
„Beim Bügeleisen entscheidet nicht die Wattzahl über die Stromrechnung, sondern der Tarif dahinter. Wer noch in der Grundversorgung steckt, zahlt für jede Stunde Bügeln mehr, als das Gerät je einsparen könnte“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.
Welche Preise im Herbst 2026 noch offen sind
Die BDEW-Zahl beschreibt den bisherigen Jahresverlauf, nicht das ganze Jahr. Ob der gestiegene Großhandelspreis im Winterhalbjahr in die Neukundentarife durchschlägt, zeigt erst die nächste Fortschreibung der Analyse. Die halbjährliche Auswertung des Statistischen Bundesamts für das erste Halbjahr 2026 erfasst anders als der BDEW auch bestehende Verträge und liefert damit die Gegenprobe zum Neukundenwert.
Für den Bügelalltag bleibt die Rechnung einfach: Bei 37,0 Cent je Kilowattstunde kostet eine Stunde mit einem 2.400-Watt-Gerät höchstens 89 Cent, in der Praxis deutlich weniger. Der größere Hebel liegt im Vertrag, nicht in der Steckdose.
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