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Sophienschule erhält Karl-Heinz Siemer Jugend-Demokratiepreis

Geschichte erleben, Erinnerungen wachhalten, Demokratie stärken: Der Karl-Heinz Siemer Jugend-Demokratiepreis geht in diesem Jahr an die Schüler*innen der Sophienschule Hannover. Verliehen wird der mit 3.000 Euro dotierte Preis in der Gedenkstätte Ahlem der Region Hannover, mit der die Schüler*innen der Sophienschule seit mehr als zehn Jahren eine vielfältige Kooperation leben.

„Der Jugend-Demokratiepreis, der Karl-Heinz-Siemer-Preis, ist Erinnerungskultur, die lebt. Die sich einmischt. Die Haltung zeigt. Liebe Sophienschule, dieser Preis passt zu Euch. Und Ihr passt zu diesem Preis. Seit mehr als zehn Jahren arbeitet ihr nun mit der Gedenkstätte Ahlem zusammen. Und ihr zeigt: Erinnerung kann immer neue Wege gehen, ohne ihren Kern zu verlieren“, sagt Regionspräsident Steffen Krach bei der Verleihung des Preises in der Gedenkstätte.

Ministerpräsident Olaf Lies richtete sich mit einem Grußwort, das verlesen wurde, an die Schüler*innen der Sophienschule: „Euer und Ihr Engagement für eine zeitgemäße, lebendige Erinnerungskultur ist zutiefst beeindruckend. Dass ihr heute den Siemer Jugend-Demokratiepreis als zweite Schule überhaupt verliehen bekommt, zeigt, wie wichtig euer Einsatz für Erinnerung und Demokratie ist – und dass ihr bereit seid, Verantwortung in unserer Gesellschaft zu übernehmen.“

Auch Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay richtete sich mit einem verlesenen Grußwort an die Anwesenden: „Die heutige Preisverleihung steht in einem gesellschaftlichen Kontext, der aktueller kaum sein könnte. Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit. Sie braucht Menschen, die sich einmischen, Verantwortung übernehmen und bereit sind, sich mit Geschichte und Gegenwart kritisch auseinanderzusetzen.“

Raphael Heinrich ist Lehrer für Geschichte an der Sophienschule. Er erinnert sich an die Anfänge der Kooperation mit der Gedenkstätte Ahlem von vor mehr als zehn Jahren: „Seitdem ich Lehrer bin, quält mich vor jeder Unterrichtsstunde zum Nationalsozialismus die Frage: Mache ich das so, dass meine Schülerinnen und Schüler es nicht nur verstehen können, sondern auch das eigentlich unfassbare menschliche Leid fassen, das aus dem Scheitern der ersten deutschen Demokratie folgte? Dass sie daraus ihre ganz eigenen, authentischen, persönlichen Konsequenzen für ihre Zukunft ziehen?“ Durch die Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte sei es gelungen, Erinnerungskultur tatsächlich lebendig zu gestalten, so Heinrich.

Seine Kollegin Anne Katrin Möller begleitet seit vielen Jahren Schüler*innen des 12. Jahrgangs der Sophienschule bei der Gestaltung des Holocaust-Gedenktages: „Anders als im Geschichtsunterricht, wo es um objektive und distanzierte Betrachtung geht, ist die Vorbereitung auf den Gedenktag am 27. Januar ein Blick in das eigene Innere und ein echter Balanceakt für die 16- und 17-Jährigen. Denn es geht um die Themen Gewalt, Unterdrückung, Folter, Hinrichtung, Massenmord, Elend, Leid und Qual, Trauer und Trauma der Überlebenden und deren Nachkommen.“ Damit verbunden sie ihr Dank in Richtung der Gedenkstätte Ahlem: „Danke, dass ich meine Schülerinnen und Schüler auf ihrem mutigen Weg nicht allein begleiten muss.“

Eine dieser Schülerinnen ist Paula Castaneda-Busche. Sie hat den Holocaust-Gedenktag vor zwei Tagen, am 27. Januar, gemeinsam mit ihren Mitschüler*innen gestaltet. „Immer wieder begegne ich in meinem Alltag Hass und Diskriminierung gegenüber Minderheiten. Mir liegt es am Herzen, dass ich mich für Gerechtigkeit, Sicherheit und Freiheit einsetze und meine Werte auch an die nächsten Generationen weitergebe“, sagt die Jugendliche.

2023 hat Karl-Heinz Siemer den Jugend-Demokratiepreis das erste Mal verliehen, damals an die Heisterbergschule. „Wir müssen unsere Demokratie beschützen und bewahren – in der heutigen Zeit jeden Tag ein Stückchen mehr“, sagt der Preisstifter. Kinder und Jugendliche sind ihm ein besonderes Anliegen. „Junge Menschen gehen immer wieder neu mit dem Thema Erinnerungskultur um. Das macht Gedenken nicht nur lebendig, sondern auch greifbar für ihre Altergenossinnen und -genossen“, so Siemer weiter.

Zur Zusammenarbeit der Gedenkstätte Ahlem und der Sophienschule
Die Kooperation zwischen der Gedenkstätte und der Sophienschule ist die am längsten bestehende Zusammenarbeit der Gedenkstätte und hat sich seit ihrer offiziellen Begründung im Jahr 2015 kontinuierlich und erfolgreich entwickelt. Von Beginn an wurden der regelmäßige Austausch und die enge Kommunikation zwischen den Lehrkräften der Sophienschule und der Pädagogik der Gedenkstätte gepflegt. Inzwischen ist das Wissen über die Gedenkstätte und ihre Themen an der Schule breit verankert: Zahlreiche Lehrkräfte sowie viele Schüler* haben die Gedenkstätte besucht und sich intensiv mit der Geschichte der nationalsozialistischen Verbrechen auseinandergesetzt.

Ein zentraler Bestandteil der Kooperation sind die jährlich stattfindenden Projekte zum Holocaust-Gedenktag am 27. Januar. Seit 2016 gestalten Schüler*innen – insbesondere der Oberstufe – die Gedenkfeiern mit vielfältigen Beiträgen. Die Kooperation wurde über die Jahre stetig ausgebaut: Jährliche Besuche aller 10. Klassen in der Gedenkstätte, Fortbildungen für Lehrkräfte sowie neue Projektformate wie Film- und Theaterproduktionen erweiterten die Zusammenarbeit.

Mit der Ausbildung von sogenannten „Sophienscouts“ ab 2022 erhielt die Kooperation eine weitere nachhaltige Dimension. Schüler*innen übernehmen dabei Verantwortung sowohl im schulischen Alltag als auch in der pädagogischen Arbeit der Gedenkstätte. Die Zusammenarbeit zeigt modellhaft, wie lebendiges Gedenken gelingen kann und den Blick in die Zukunft richtet – ganz im Sinne des Mottos: „Befreiung endet niemals“.

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