Ins aktuelle Ausbildungsjahr starteten in der Region 2.386 Lehrlinge. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Plus von 7,6 Prozent. Damit liege die Handwerkskammer Karlsruhe übrigens an der Spitze aller acht baden-württembergischen Handwerkskammern. „Den jungen Menschen ist aber nicht nur die relativ hohe Krisenresistenz des regionalen Handwerks wichtig. Sie erkennen auch, dass sich im Handwerk die Zukunft gestalten lässt. Ich nenne nur Energiewende, E-Mobilität , Infrastrukturprojekte und Digitalisierung als Stichwörter“, sagt Lamprecht weiter.
Mittlerweile gibt es in den sieben Stadt- und Landkreisen, die zur Handwerkskammer Karlsruhe zählen, 20.858 (2024: 20.674) Betriebe. „Das ist ein Allzeithoch. Es belegt ebenfalls eindrücklich die Bedeutung des Handwerks. Ohne uns ginge nichts in der Region“, so Walter Bantleon, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Karlsruhe. Die Betriebe beschäftigen aktuell rund 113.850 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie erlösten wie im Vorjahr 18,2 Milliarden Euro.
Bei der jüngsten Konjunkturumfrage der Handwerkskammer zeigten sich 22 Prozent der Betriebe optimistisch: Sie gehen davon aus, dass sich die Geschäftslage im ersten Quartal 2026 verbessert. Jeder zweite Betrieb (51 Prozent) geht von einer gleichbleibenden Situation aus. 27 Prozent rechnen mit einer Verschlechterung.
Jede Optimistin, jeder Optimist sei besonders wertvoll in diesen konjunkturell rauen Zeiten, sagt Bantleon. Die deutsche Volkswirtschaft ist 2025 nur minimal um 0,2 Prozent gewachsen. Beim Blick aufs letzte Quartal 2025 zeigt sich, dass es auch im regionalen Handwerk insgesamt nicht mehr so gut lief wie in den Vormonaten. 43 Prozent der Betriebsinhaber sprechen in der Umfrage von einer guten Geschäftslage. 38 Prozent vergeben die Note „befriedigend“, und 19 Prozent wählen die Einschätzung „schlecht“.
Damit hat sich eine Verlagerung von „gut“ hin zu „befriedigend“ ergeben. Ein kleiner Trost ist, dass sich beim Urteil „schlecht“ kaum etwas verändert hat: von 18 Prozent der Betriebe im dritten Quartal auf zuletzt 19 Prozent.
Auffallend ist, dass das Konjunkturprogramm der Bundesregierung für Maurer, Betonbauer, Maler, Klempner & Co. noch nicht gezündet hat. Dort hat sich die Lage insgesamt verschlechtert. Ganz anders hingegen im Gesundheitshandwerk, zu dem etwa Augenoptiker und Hörakustiker zählen. Und das Nahrungsmittelhandwerk profitierte wieder einmal vom Weihnachtsgeschäft.
Erfreulich: Die Zahl der Jungmeisterinnen und -meister ist zuletzt auf 380 nach oben geschnellt. „Das zeigt: Das Handwerk macht sich fit für die immer komplexeren Aufgaben, die es zu bewältigen hat“, sagt Bantleon.
Das Handwerk funktioniere in weiten Teilen nur, indem Mitarbeiter aus aller Welt mitwirken. „Das Handwerk leistet meisterhaft Integration. Menschen mit Migrationshintergrund lassen sich kaum besser integrieren als durch Arbeit, durch Kontakt mit Kollegen und mit Kunden“, so Bantleon weiter.
Auch beim Handwerker-Nachwuchs ist diese Entwicklung augenfällig. Im Vorjahr gab es 175 Azubi-Neuverträge für Menschen mit Fluchthintergrund – ohne Ukraine. Inzwischen sind es 659 Neuverträge. Und die Zahl der Berufsstarter im Handwerk aus der Ukraine stieg von 39 auf 179.
Die beliebtesten Ausbildungsberufe sind Kfz-Mechatroniker, Elektroniker und Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Auffallend: Die Schulbildung der neuen Azubis steigt: Im Vorjahr hatten 15,2 Prozent das Abitur oder die Fachhochschulreife. Nun sind es 16,6 Prozent. „Erfreulicherweise hat sich die Zahl der Frauen unter den neuen Auszubildenden erhöht, konkret von 17,5 Prozent auf 18,6 Prozent“, geht Lamprecht auf eine weitere Entwicklung ein.
Zum Bezirk der Handwerkskammer Karlsruhe gehören die Stadt Karlsruhe und der Landkreis Karlsruhe, die Stadt Pforzheim und der Enzkreis, der Landkreis Calw sowie die Stadt Baden-Baden und der Landkreis Rastatt.
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