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Sparklima fällt im Sommer 2026 auf minus 3,4 Punkte: Nur noch 9,1 Prozent der Bundesbürger wollen mehr sparen, 12,5 Prozent legen weniger zurück

wissen, wofür sie sparen, aber immer weniger können es. Der Verband der Privaten Bausparkassen hat am 13. August 2026 die Ergebnisse seiner Sommerumfrage 2026 veröffentlicht. Laut dieser Erhebung wollen 71,4 Prozent der Befragten künftig etwa gleich viel sparen, nur 9,1 Prozent planen höhere Sparleistungen, während 12,5 Prozent weniger sparen wollen oder können. Der daraus gebildete Sparklima-Index fiel von 0,6 Punkten im Frühjahr auf minus 3,4 Punkte. Wer trotz engerer Spielräume regelmäßig anlegt, greift meist zu festen Monatsraten – wie sich mit kleinen Beträgen ein Depot aufbaut, beschreibt eine Anleitung zum Vermögensaufbau mit kleinen Monatsraten.

Welche Sparziele die Befragten im Juni 2026 am häufigsten nennen

Die Altersvorsorge bleibt das mit Abstand wichtigste Sparmotiv. Nach Angaben des Verbands der Privaten Bausparkassen nannten 57,7 Prozent der Befragten im Juni 2026 die Altersvorsorge als Sparziel. Bei den 40- bis 49-Jährigen waren es 73 Prozent, bei den 50- bis 59-Jährigen 71 Prozent. Auf Platz zwei folgt das Sparen für Konsum und größere Anschaffungen mit 43,1 Prozent.

Das Wohneigentum ist das einzige Motiv, das gegenüber der Frühjahrswelle an Bedeutung gewinnt. Laut der Sommerumfrage stieg der Anteil derjenigen, die für den Erwerb oder die Renovierung von Wohneigentum sparen, innerhalb eines Jahres von 33,0 auf 38,8 Prozent; im Frühjahr 2026 lag er bei 36,4 Prozent. Die Kapitalanlage nennen 34,8 Prozent der Befragten, Mehrfachnennungen waren möglich.

Der Wunsch und die Möglichkeiten laufen dabei auseinander. Unter denen, die künftig mehr sparen wollen oder können, nennen laut Verband nur noch 4,2 Prozent den Immobilienerwerb oder die Modernisierung als Grund – im Sommer 2025 waren es 14,2 Prozent.

Wie sich die Geldanlagen der Bundesbürger im Frühjahr 2026 verteilen

Die Frühjahrsumfrage 2026 desselben Verbands, veröffentlicht am 12. Mai 2026, hat zusätzlich abgefragt, welche Anlageformen die Menschen in Deutschland nutzen. Sieben Anlageformen liegen nach dieser Erhebung vorn, Mehrfachnennungen eingeschlossen:

  • Sparen auf dem Girokonto: 38 Prozent.
  • Sparbuch oder Sparanlagen: 32 Prozent.
  • Tagesgeldkonten: 30 Prozent.
  • Investmentfonds: 30 Prozent.
  • Renten- und Kapitallebensversicherungen: 27 Prozent.
  • Bausparvertrag: 26 Prozent.
  • Aktien: 24 Prozent.

Immobilien und die Riester-Rente folgen laut Frühjahrsumfrage mit jeweils 19 Prozent, festverzinsliche Wertpapiere mit 9 Prozent. Investmentfonds liegen damit gleichauf mit dem Tagesgeld und deutlich vor der Direktanlage in Aktien – ein Hinweis darauf, dass viele Haushalte den Kapitalmarkt über gebündelte Produkte betreten, nicht über Einzeltitel.

Warum die Weniger-Sparer im Sommer 2026 wieder überwiegen

Steigende Ausgaben sind der wichtigste Grund für geringeres Sparen. Nach Angaben des Verbands der Privaten Bausparkassen nennen 43,4 Prozent der Weniger-Sparer steigende Ausgaben und Lebenshaltungskosten als Hauptgrund, 16,2 Prozent fehlende Einkommenssteigerungen oder Einkommenseinbußen und 14,4 Prozent ein gestiegenes Konsumbedürfnis. Jeweils 13,7 Prozent verweisen auf die allgemeine politische und wirtschaftliche Situation oder eine unsichere Altersvorsorge.

Auf der anderen Seite stehen berufliche Veränderungen. Wer künftig mehr sparen möchte, führt das laut Sommerumfrage zu 33,1 Prozent auf berufliche Veränderungen oder ein höheres Einkommen zurück. Für 30,1 Prozent stehen das allgemeine Sparen für die Zukunft und der Aufbau eines Notgroschens im Mittelpunkt.

Der Index selbst zeigt die Kehrtwende. Im Herbst 2025 lag das Sparklima laut Verband noch bei 4,2 Punkten, im Frühjahr 2026 bei 0,6 Punkten. Mit minus 3,4 Punkten überwiegt im Sommer 2026 erstmals seit dem Frühjahr 2025 wieder der Anteil der Weniger-Sparer.

Was ein sinkendes Sparklima für regelmäßige Fondsanleger bedeutet

Ein negativer Index bedeutet nicht, dass die Mehrheit weniger spart. Die große Mehrheit von 71,4 Prozent hält ihre Sparrate laut Sommerumfrage konstant. Der Index misst nur die Differenz zwischen dem Anteil der Mehr-Sparer und dem Anteil der Weniger-Sparer. Für den Fondsmarkt ist deshalb weniger die Zahl der Sparer entscheidend als die Höhe der laufenden Raten.

Wer eine feste Monatsrate hält, während die Lebenshaltungskosten steigen, spart real weniger als im Vorjahr. Die Rate, die im September 2026 überwiesen wird, kauft weniger Fondsanteile als die gleiche Rate im September 2025, sofern die Kurse gestiegen sind – und sie belastet das Haushaltsbudget stärker, wenn Miete und Energie mehr kosten.

Genau hier entscheidet die Kostenstruktur des Produkts, wie viel von einer knapper werdenden Sparrate tatsächlich am Kapitalmarkt ankommt. Was börsengehandelte Indexfonds und klassische Investmentfonds an Gebühren unterscheidet, erklärt ein Kostenvergleich zwischen Indexfonds und klassischen Investmentfonds.

Wann die Herbstumfrage 2026 zeigt, ob die Trendwende hält

Die nächste Messung folgt in wenigen Wochen. Das Marktforschungsinstitut Kantar befragt im Auftrag des Verbands der Privaten Bausparkassen dreimal jährlich die Menschen in Deutschland zu ihrem Sparverhalten. Die Sommerumfrage 2026 unter 2.006 Bundesbürgerinnen und Bundesbürgern fand im Juni 2026 statt und war die 87. Befragung seit Beginn der Reihe im Jahr 1997.

Die Herbstwelle 2026 wird zeigen, ob der Index unter null bleibt oder ob die Sparabsichten zum Jahresende wieder anziehen. Der Verband selbst setzt auf die Reform der geförderten privaten Altersvorsorge und die geplante Frühstart-Rente als Impulse für den langfristigen Vermögensaufbau.

„Ein Sparklima von minus 3,4 Punkten heißt nicht, dass die Deutschen aufhören zu sparen. Es heißt, dass die Sparrate zur ersten Stellschraube wird, wenn das Budget nicht mehr reicht. Genau deshalb sollte eine Rate so gewählt sein, dass sie auch einen teuren Winter übersteht“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.

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