Die größte Herausforderung bei der Inventur im Modehandel ist deshalb nicht allein die Zählmenge, sondern die eindeutige Zuordnung jedes Kleidungsstücks zur richtigen Variante. Wird ein Shirt in Größe M als Größe L erfasst oder ein Artikel in Navy mit Schwarz verwechselt, entstehen zwei systemische Abweichungen: Eine Variante weist einen zu hohen Bestand auf, eine andere einen zu niedrigen.
Der physische Gesamtbestand kann dabei korrekt sein. Im Warenwirtschafts- oder ERP-System, wie beispielsweise SAP, entstehen dennoch Inventurdifferenzen, die nachträglich nur mit erheblichem Aufwand geklärt werden können.
Welche Fehlerquellen die Variantenerfassung erschweren
Die Struktur eines Modesortiments bringt typische Risiken mit sich:
- Optisch ähnliche Farben: Navy und Schwarz oder Anthrazit und Grau sind unter Filialbeleuchtung nicht immer eindeutig zu unterscheiden.
- Viele Größen eines Modells: Liegen mehrere Größen direkt nebeneinander, können Bestände ohne eindeutige Identifikation leicht falsch zugeordnet werden.
- Fehlende oder beschädigte Etiketten: Bei anprobierter, retournierter oder zurückgelegter Ware fehlen Barcodes häufiger oder sind nicht mehr lesbar.
- Mehrere Lagerorte: Dieselbe Variante kann gleichzeitig auf der Verkaufsfläche, im Backstore, im Schaufenster oder in einer Aktionszone liegen.
- Manuelle Artikelnummerneingabe: Zahlendreher oder falsch gelesene Nummern erhöhen das Risiko einer fehlerhaften Zuordnung.
Sobald die Identifikation hauptsächlich über Sichtprüfung oder manuelle Eingabe erfolgt, steigt die Fehleranfälligkeit deutlich.
Wie Barcode-Scanning Varianten eindeutig identifiziert
Barcode-Scanning reduziert Variantenfehler erheblich, indem jeder Artikel anhand seines hinterlegten Codes identifiziert wird. Der Scan unterscheidet nicht nur zwischen verschiedenen Modellen, sondern auch zwischen Größen, Farben und Ausführungen, sofern diese als eigene Artikelvarianten im Stammdatensatz hinterlegt sind.
Der COSYS Inventurservice kombiniert vorkonfigurierte MDE-Leihgeräte, eine intuitive Inventursoftware und professionellen Support für Unternehmen, die ihre Stichtagsinventur mit eigenem Personal durchführen möchten.
Die mobilen Erfassungsgeräte werden mit der benötigten Inventur-App und dem vorgesehenen Artikelstamm bereitgestellt. Mitarbeitende scannen den Barcode und geben anschließend die gezählte Menge direkt am MDE-Gerät ein. Der erfasste Code wird mit den hinterlegten Artikeldaten abgeglichen. Dadurch müssen Größe, Farbe oder Artikelnummer nicht manuell übertragen werden. Zu beachten ist hierbei lediglich, dass die physische Auszeichnung am Kleidungsstück korrekt sein muss, um Falscherfassungen durch vertauschte Etiketten auszuschließen.
Bei Artikeln ohne lesbaren Barcode sind klare Regeln erforderlich. Solche Positionen sollten getrennt behandelt, gekennzeichnet und durch erfahrene Mitarbeitende geprüft werden, anstatt eine Variante lediglich anhand ihrer Optik unkontrolliert zuzuordnen.
Warum eine klare Zählstruktur im Modehandel besonders wichtig ist
Barcode-Scanning verhindert keine Doppelzählung, wenn dieselbe Ware an mehreren Stellen liegt. Verkaufsfläche, Lager, Schaufenster, Retourenbereiche und reservierte Ware müssen deshalb als eigene Zählbereiche definiert werden.
Eine eindeutige Zählplatzstruktur macht sichtbar, welche Flächen bereits vollständig erfasst wurden. Kontrollzählungen können gezielt auf auffällige Artikel oder Bereiche beschränkt werden, anstatt komplette Filialzonen erneut aufzunehmen.
Über den COSYS WebDesk lassen sich der Zählfortschritt, erfasste Positionen und mögliche Auffälligkeiten zentral kontrollieren. Filter nach Standort, Artikel oder Zählplatz unterstützen das Management dabei, Varianten mit ungewöhnlichen Mengen gezielt zu prüfen. Die erfassten Bestandsdaten lassen sich anschließend über flexible Schnittstellen, beispielsweise per Datei oder API, direkt an SAP oder andere führende ERP-Systeme übertragen.
Warum präzise Variantendaten auch nach der Inventur relevant bleiben
Korrekte Variantenbestände sind nicht nur für den Inventurabschluss wichtig. Sie beeinflussen auch Nachbestellungen, Größenverteilungen, Filialumlagerungen und die Auskunft über verfügbare Ware.
Die Inventurhistorie ermöglicht zusätzlich den Vergleich mehrerer Bestandsaufnahmen. Dadurch wird erkennbar, ob bestimmte Warengruppen, Größen oder Lagerbereiche wiederholt Differenzen verursachen und bei der nächsten Inventur stärker kontrolliert werden sollten.
Fazit
Inventurdifferenzen im Modehandel entstehen häufig nicht durch falsches Zählen, sondern durch eine fehlerhafte Zuordnung von Größen, Farben und Ausführungen. Barcode-Scanning, gepflegte Variantendaten und klar definierte Zählbereiche schaffen die Grundlage für eine präzisere Filialinventur.
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Die COSYS Ident GmbH mit Sitz in Grasdorf (bei Hildesheim) besteht seit knapp 40 Jahren und ist eines der führenden Systemhäuser im Bereich mobiler Datenerfassungslösungen für Android und Windows. Ein mittelständisches Unternehmen, das seit 1982 die Entwicklung von Identifikationssystemen vorantreibt und heute branchenspezifische Komplettlösungen für nahezu alle gängigen Geschäftsprozesse anbietet. Vom Prozessdesign und der Konzepterstellung, über die Implementierung der Hard- und Software bis hin zum Projektmanagement und maßgeschneiderten Wartungsverträgen, decken wir das komplette Leistungsspektrum der Systementwicklung, Integration und Betreuung ab. Des Weiteren bietet COSYS einen Reparaturservice, WLAN-Funkvermessung, sowie Lösungen für die Bauteil-Rückverfolgung mittels DPM-Codes.
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