Im Mittelpunkt des Gesprächs standen insbesondere die angekündigte Absenkung des Chrom(VI)-Grenzwerts auf 0,1 µg/m³ sowie die drohenden Auswirkungen eines pauschalen PFAS-Verbots auf industrielle Prozesse und europäische Wertschöpfungsketten.
Tobias Wesselow erläuterte dabei die erheblichen technischen und wirtschaftlichen Herausforderungen, die mit den aktuellen regulatorischen Entwicklungen verbunden sind. Gerade mittelständische Unternehmen der Oberflächentechnik stünden zunehmend unter Druck, obwohl ihre Produkte und Verfahren unverzichtbarer Bestandteil zahlreicher industrieller Schlüsseltechnologien seien.
Besonders intensiv diskutiert wurde die strategische Bedeutung der Oberflächentechnik für die Wehr- und Verteidigungsfähigkeit Deutschlands und Europas. Sebastian Fiedler zeigte sich überrascht, aber zugleich beeindruckt von der Vielzahl verteidigungsrelevanter Anwendungen moderner Oberflächentechnik.
So wurde im Gespräch deutlich:
Kein Leopard II ohne Hartverchromung. Keine modernen Drohnensysteme ohne hochspezialisierte beschichtete Chips. Keine resiliente europäische Industrie ohne leistungsfähige Oberflächen- und Beschichtungstechnologien.
Im Rahmen eines ausführlichen Betriebsrundgangs erhielt Fiedler praxisnahe Einblicke in die einzelnen Prozessschritte der Hartverchromung und konnte sich ein eigenes Bild von den hohen technischen, arbeitsschutzrechtlichen und umweltbezogenen Standards der Branche machen.
Im anschließenden Austausch diskutierten Wesselow, Hanstein und Fiedler intensiv über die aktuellen regulatorischen Entwicklungen auf deutscher und europäischer Ebene sowie über mögliche Lösungsansätze, die sowohl Umwelt- und Gesundheitsschutz als auch industrielle Wettbewerbsfähigkeit und technologische Souveränität berücksichtigen.
Der Besuch verdeutlichte erneut die große Bedeutung des direkten Dialogs zwischen Politik und industrieller Praxis. Gerade bei komplexen regulatorischen Vorhaben ist es essenziell, dass die Erfahrungen und das technische Know-how der Unternehmen frühzeitig in politische Entscheidungsprozesse einfließen.
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