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Alleinlebende in Deutschland: 17,3 Millionen Menschen wohnten 2025 allein – gut jede fünfte Person, aber längst nicht jeder Single

Rund 17,3 Millionen Menschen in Deutschland lebten im Jahr 2025 allein. Das meldet das Statistische Bundesamt in seiner Mitteilung Nr. N041 vom 24. Juni 2026 auf Grundlage des Mikrozensus. Der Anteil an der Bevölkerung liegt nach Angaben der Behörde bei 20,9 Prozent, also bei gut jeder fünften Person. Wie unterschiedlich Menschen das Leben ohne festen Partner bewerten, zeigt schon die Debatte über die Vor- und Nachteile eines Lebens ohne feste Partnerschaft.

Wie stark die Zahl der Einpersonenhaushalte seit 2005 gewachsen ist

Laut dem Statistischen Bundesamt ist die Zahl gegenüber 2005 um 22,3 Prozent gestiegen. Damals wohnten knapp 14,2 Millionen Menschen hierzulande allein, ihr Anteil an der Bevölkerung betrug 17,3 Prozent. Der Zuwachs verteilt sich über zwei Jahrzehnte und folgt keinem einzelnen Ereignis.

Deutlicher wird die Verschiebung an den Haushalten selbst. Der Einpersonenhaushalt ist inzwischen der häufigste Haushaltstyp: Er machte 2025 nach Angaben der Behörde 42,1 Prozent aller Haushalte aus, 2005 waren es 36,8 Prozent. Im europäischen Vergleich liegt Deutschland mit einem Bevölkerungsanteil von 20,9 Prozent über dem Schnitt der Europäischen Union von 16,5 Prozent.

Erhoben werden die Werte über den Mikrozensus, eine jährliche Stichprobenerhebung bei rund einem Prozent der Bevölkerung. Gezählt werden private Haushalte am Hauptwohnsitz; Gemeinschaftsunterkünfte und Pflegeheime bleiben außen vor, was besonders die Werte für Hochbetagte beeinflusst.

Warum allein wohnen und Single sein zwei verschiedene Dinge sind

Die amtliche Definition ist eng gefasst: Alleinlebende sind Personen, die in einem Einpersonenhaushalt leben. Gemessen wird damit die Wohnsituation, nicht der Beziehungsstatus. Wer eine feste Partnerschaft führt und trotzdem eine eigene Wohnung behält, taucht in dieser Statistik als alleinlebend auf.

Wie viele Menschen tatsächlich ohne feste Partnerschaft leben, misst eine andere Erhebung. Nach Angaben des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung vom 2. Juli 2026 sind rund 21 Prozent der 20- bis 54-Jährigen in Deutschland Single. Die Zahl stammt aus dem familiendemografischen Panel FReDA und bezieht sich auf den Erhebungszeitpunkt 2024. Dass beide Werte bei etwa einem Fünftel landen, ist ein Zufall der Größenordnung, kein gemeinsamer Befund.

Wie unterschiedlich das Leben ohne Partnerschaft erlebt wird, beschreiben Erfahrungsberichte darüber, was am Alleinleben zufrieden macht. Das Bundesinstitut kommt zu einem ähnlichen Bild: Rund zwei Drittel der Singles wünschen sich eine Partnerschaft, etwa ein Drittel möchte bewusst Single bleiben.

In welchen Altersgruppen und Regionen der Anteil am höchsten ist

Der Anteil der Menschen im Einpersonenhaushalt schwankt stark nach Lebensphase und Wohnort. Für das Jahr 2025 weist das Statistische Bundesamt folgende Werte aus:

  • 25- bis 34-Jährige: 28,7 Prozent
  • ab 65 Jahren: 34,4 Prozent
  • ab 85 Jahren: 55,8 Prozent
  • Großstädte ab 100.000 Einwohnern: 25,9 Prozent
  • Gemeinden mit 20.000 bis 100.000 Einwohnern: 20,6 Prozent
  • Gemeinden unter 20.000 Einwohnern: 17,2 Prozent

Beim Beziehungsstatus verläuft die Alterskurve umgekehrt. Laut dem Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung sind 42 Prozent der 20- bis 29-Jährigen Single, bei den 40- bis 54-Jährigen sind es 11 Prozent. Wer allein wohnt, ist also im Alter besonders häufig anzutreffen, wer ohne Partnerschaft lebt, dagegen besonders früh im Erwachsenenleben.

„Die beiden Zahlen werden ständig gegeneinander ausgetauscht, obwohl sie Verschiedenes messen. Wer aus einer Wohnstatistik eine Aussage über Einsamkeit macht, hat die Erhebung nicht gelesen“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.

Für den Herbst 2026 bleibt der Befund praktisch nutzbar: Die Zahl der Einpersonenhaushalte wächst weiter, ohne dass sich daraus ein Rückgang von Partnerschaften ableiten ließe. Die nächsten Werte des Mikrozensus für das Berichtsjahr 2026 erscheinen im Sommer 2027; bis dahin liefert das familiendemografische Panel mit seinen halbjährlichen Befragungswellen die genaueren Angaben zum Beziehungsstatus.

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